TV-Berichterstattung zur Lebensmittelbranche: Trendthemen rücken stärker in den Fokus, die Tonalität bleibt kritisch

Engel & Zimmermann wertet über 800 TV-Beiträge im Jahr 2021 aus

Nachhaltigkeit und Ersatzprodukte sind die Aufsteiger des Jahres / Weiterhin fast jeder zweite Beitrag kritisch


Die Lebensmittelbranche hat auch im vergangenen Jahr einen dominanten Platz in der TV-Berichterstattung eingenommen: Insgesamt 813 Beiträge hat die Kommunikationsberatung Engel & Zimmermann im Jahr 2021 erfasst und ausgewertet – das sind im Schnitt mehr als 15 Beiträge pro Woche. Das Ergebnis der Analyse: Die „üblichen Verdächtigen“ rangieren sowohl bei den Branchen als auch bei den Themen wieder auf den Spitzenpositionen. Dahinter machen sich jedoch wegweisende Veränderungen bemerkbar. So hat – wie auch in der gesamtgesellschaftlichen Wahrnehmung – das Thema Nachhaltigkeit in der Berichterstattung im Fernsehen deutlich an Bedeutung gewonnen. Und bei den Branchen sind erstmals die fleischlosen Alternativen und Ersatzprodukte auf einen der vorderen Ränge geklettert. Alles in allem bleibt die Berichterstattung über die Food-Branche – Hersteller, Landwirtschaft und Handel – insgesamt kritisch. „In diesem Punkt bleiben sich die Medien, allen voran die öffentlich-rechtlichen Formate, treu: Über die Branche wird mit großer Skepsis berichtet“, bilanziert Christian Wolfram, Leitung der Unit Food bei Engel & Zimmermann. „Daran ändern auch die sich leicht verändernden thematischen Schwerpunkte nichts.“


In mehr als 40 % der Sendungen: Kritische Tonalität wird meist schon im Titel deutlich

Wie schon im Vorjahr ist der Anteil der von Engel & Zimmermann als kritisch eingestuften Beiträge erneut leicht gesunken – von 43 % im Jahr 2020 auf jetzt 41 %. Kritisch bedeutet, dass entweder der Titel oder der Ankündigungstext des Senders auf eine kritische Tonalität im Beitrag schließen lassen. Beispiele dafür waren im vergangenen Jahr Sendungen wie „Ungesunde Lebensmittel – So dreist tricksen manche Hersteller“ oder „Warum hochverarbeitete Lebensmittel ungesund sind“. Traditionell sind es die Service- und Verbraucherformate der öffentlich-rechtlichen Sender, die einen Großteil der kritischen Beiträge ausmachen. „Ob ‚Markt‘, ‚m€x‘ oder ‚SU-PER.MARKT‘ – die Sendungen arbeiten stets mit dem gleichen Narrativ einer Industrie, vor der sich der Verbraucher in Acht nehmen muss“, so Christian Wolfram.