TV-Berichterstattung im Coronajahr: Lebensmittelbranche weiter im Fokus kritischer Medien

Untersuchung von Engel & Zimmermann zu mehr als 800 TV-Beiträgen im Jahr 2020

Anteil kritischer Beiträge sinkt erstmals – allerdings nur prozentual / Getränkebranche besonders kritisch unter der Lupe


Das Interesse der TV-Medien an der Lebensmittelbranche war auch im Coronajahr 2020 ungebrochen groß: Insgesamt 809 Beiträge hat die Unternehmensberatung für Kommunikation und PR-Agentur Engel & Zimmermann aus Gauting bei München im vergangenen Jahr dokumentiert und ausgewertet. Das sind im Schnitt mehr als 15 Beiträge pro Woche rund um Lebensmittel, Ernährung oder Landwirtschaft. Während die Pandemie im vergangenen Jahr unbestritten das prägende Thema in der Öffentlichkeit und in den Medien war, spielte sie in den Berichten über die Lebensmittelbranche kaum eine Rolle: In den Reportagen, Dokumentationen und Verbraucherstücken (die nachrichtliche, zumeist tagesaktuelle Berichterstattung fand bei der Analyse keine Berücksichtigung) ging es lediglich in 6 % der Beiträge direkt oder indirekt um Corona. „Die Berichterstattung fiel unterm Strich ausgewogener aus als in früheren Jahren, wenngleich sich an den Mechanismen, wie über die Branche berichtet wird, nichts geändert hat“, stellt Christian Wolfram, Leitung Unit Food bei Engel & Zimmermann, fest. „Obwohl kaum ein Fernsehteam in einem Lebensmittelbetrieb drehen konnte, blieben die Herangehensweise und die Sendungsformate im Coronajahr die gleichen: Qualitäts- oder Geschmacksvergleiche, das Aufdecken vermeintlicher Tricks der Industrie und Gesundheitstipps. Erfreulich ist, dass die Skandalisierung insgesamt leicht abgenommen hat.“


Anteil kritischer Beiträge sinkt erstmals, bleibt aber auf hohem Niveau

Bereits seit sechs Jahren wertet Engel & Zimmermann Sendeformate rund um die Food-Branche aus. Seitdem stellen die Kommunikationsexperten eine stetig zunehmende kritische Auseinandersetzung mit der Branche, den Unternehmen und ihren Produkten fest. Den vorläufigen Höhepunkt markierte das Jahr 2019, als fast jeder zweite Beitrag aufgrund seines Titels oder der Ankündigung des Senders eine kritische Tonalität erwarten ließ. Dieser Trend setzte sich im vergangenen Jahr nicht fort: 348 der 809 erfassten Beiträge hatten eine kritische Tonalität, das sind 43 %. „Auch wenn wir einen Rückgang erkennen, bleibt es dabei: Insgesamt steht die Lebensmittelbranche unter kritischer Beobachtung“, so Wolfram.