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Kommunikation hat sich als Mehrwert etabliert

Kommunikation hat sich als Mehrwert etabliert

„Ein Vakuum, geschaffen durch fehlende Kommunikation, füllt sich in kürzester Zeit mit falscher Darstellung, Gerüchten, Geschwätz und Gift“, so urteilte ein britischer Soziologe Mitte des 20. Jahrhunderts. Seit der Antike ist die Bedeutung der Kommunikation der Öffentlichkeit bekannt. Von einem Dialog im Sinne von Verstehen oder gar Verinnerlichen war man aber noch weit entfernt. Bis heute.

Denn heute ist die Projektkommunikation in der Realität angekommen. Denn Investoren, Bürgermeister und Auftraggeber aller Art haben den Mehrwert der Kommunikation für ihr Projekt verstanden und investieren daher verstärkt in Kommunikation und Dialog. Der Anteil für Kommunikationsmaßnahmen an Investitionen liegt laut einer Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (bitkom) zwischen vier und fünf Prozent des jeweiligen Gesamtbudgets. Andere Quellen geben sogar Größen bis zu 15 Prozent an.

In was wird investiert?

Aber in was genau investieren die Projektträger? In erster Linie in das Vermitteln von Sachinformationen und das Vorbeugen von Gerüchten – damit erst gar kein Vakuum entsteht. Die Darlegung von Zielen, Absichten und Hintergründen ist aber nicht ausreichend. Die Entwicklung einer emotional positiven Bindung zum Projekt ist essenziell. Um diese emotionale Ebene zu erreichen, muss jeder Einzelne einen Vorteil im Projekt erkennen. Ob Klimaschutz zugunsten der nächsten Generationen, eine günstigere Verkehrsanbindung oder ein neugewonnener finanzieller Spielraum für die Kommune, wodurch die Renovierung des alten Kindergartens endlich möglich wird, ist dabei nicht entscheidend. Die Verbindung von Sach- und Beziehungsebene lässt Vertrauen und Akzeptanz entstehen.

Bedingungen für den Erfolg

Die beschriebenen Effekte stellen sich allerdings nur ein, wenn die Kommunikation frühzeitig einsetzt. Der Projektstart ist der Start der Kommunikation. Andernfalls bilden sich Strukturen und Denkmuster in der Bevölkerung, die am Projekt haften bleiben und kaum mehr aus der Welt zu schaffen sind. Durch schlichte Bequemlichkeit oder falsch verstandene Sparsamkeit wäre das Vorhaben – bevor es tatsächlich begonnen hat – in der Defensive. Die Gefahren für Verzögerungen oder ein Projektaus wären deutlich gestiegen und mit immensen Mehrkosten für den Projektträger verbunden.

Damit die kommunikative Hoheit beim Projektträger liegt, muss der Raum der Projektkommunikation mit Leben gefüllt werden. Wie genau, erklären die Experten für Projektkommunikation Dr. Andreas Bachmeier und Simon Peltzer in einem Webinar ab 18. Juni 2020 an vier Terminen. Anmeldung unter buergerdialog@engel-zimmermann.de.

Nach der Wahl ist jetzt! Politische Kommunikation auf kommunaler Ebene

Nach der Wahl ist jetzt! Politische Kommunikation auf kommunaler Ebene

Am 15. und 29. März 2020 fanden in Bayern die Kommunalwahlen statt. In 71 Landkreisen und 2056 Städten, Märkten und Gemeinden wurden die Kreistage, Stadt-, Markt- und Gemeinderäte für sechs Jahre neu gewählt. Dabei kamen vor zehn Jahren nach Schätzungen der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl etwa ein Drittel der Gemeinderatsmitglieder neu in ihr Amt. Der Anteil der Neulinge dürfte bei den letzten Wahlen stets gestiegen sein. Als Hauptgrund wird dafür die größere Mobilität der Menschen angesehen.

Kommunalwahl als Chance für die Projektkommunikation begreifen

Für Unternehmen, die in einer Gemeinde tätig werden möchten, ist die höhere Fluktuation in den kommunalen Gremien sowohl Chance als auch Schwierigkeit zugleich. Wurde in der Vergangenheit viel Zeit und Mühe aufgewendet, um die lokalen Entscheidungsträger über das eigene Projekt zu informieren und von der Sinnhaftigkeit des Vorhabens zu überzeugen, kann diese geleistete Arbeit durch die Kommunalwahl zum Teil hinfällig werden, wenn starke Befürworter aus dem Gemeinderat ausscheiden. Gleichwohl ist es aber auch möglich, die Neukonstitution des Gremiums als Chance zu begreifen, wenn bislang Widerstände gegenüber dem Projekt vorherrschten. Gerade Neulinge in der Kommunalpolitik sind zu Beginn meist unvoreingenommen und bewerten nach aktuellen Begebenheiten ohne vergangene, scheinbar vergleichbare Situationen als Argument anzuführen, um ein Vorhaben zu verhindern.

Mit Politikbrief und Infomails Kontakte knüpfen und halten

Was ist also nun direkt nach der Kommunalwahl zu tun, um einen erfolgreichen Stakeholderdialog in die Wege zu leiten? Ein Glückwunschschreiben an alle gewählten Personen ist eine schöne Geste. Dieses muss bis zur konstituierenden Sitzung im Mai an die Gewählten gegangen sein. Dabei sollte das Vorhaben kurz angerissen und auf stete Gesprächsbereitschaft hingewiesen werden. Politikbriefe, die das Projekt detailliert darstellen und auch kritische Themen aufnehmen, sind zu empfehlen, um die Kommunalpolitiker mit Argumenten für das Vorhaben auszustatten. Dieses Dokument fungiert meist sogar als Nachschlagewerk. Es hat damit einen langfristigen Nutzen. Kommunalpolitiker werden damit nicht nur zu überzeugten Entscheidungsträgern, sondern auch zu wichtigen und einflussreichen Multiplikatoren, denen von Bürgern Gehör geschenkt wird. Weniger aufwändig als ein Politikbrief sind regelmäßige Infomails. Auch wenn es nichts Neues zum Projektfortschritt mitzuteilen gibt, empfiehlt sich einen Anlass zu schaffen, um den Kontakt zu den Entscheidungsträgern aufrechtzuerhalten. Es soll auf keinen Fall der Eindruck entstehen, man komme erst, wenn es unerlässlich ist. Zustimmungen zu Veränderungen in Kommunen benötigen Zeit. Entschlüsse müssen erst reifen. Daher ist ein regelmäßiger Newsletter ein ideales Kommunikationsmittel.

Der Stakeholderdialog ist essentiell für die erfolgreiche Umsetzung von Projekten. Idealerweise ist dieser langfristig angelegt. Da allerdings die wenigsten Vorhaben länger als mehrere Wahlperioden andauern, ist der Kontakt zu den Entscheidungsträgern meistens neu zu entwickeln. Die Neukonstituierung der Gremien nach der Kommunalwahl bieten hier einen idealen Start.