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Herausforderungen für die Social Media- und Krisenkommunikation

Die polarisierte Gesellschaft: Herausforderungen für die Social Media- und Krisenkommunikation

Erst die Flüchtlingsdebatte, dann die Klimakrise und jetzt die Corona-Politik: Die Gesellschaft polarisiert sich immer weiter, während Facebook, Twitter & Co. der öffentlichen Empörung immer mehr Raum geben. Große Teile der Bevölkerung folgen geschlossenen Weltbildern, die keinen Diskurs mehr zulassen. Große Teile der Bevölkerung folgen geschlossenen Weltbildern, die keinen Diskurs […]

Fallzahlen zur Ausbreitung des Coronavirur berichtet wie

Fallzahlen zur Ausbreitung des Coronavirus: Wer berichtet wie?

Die aktuellen Zahlen zu den Infektions- und Sterberaten stehen in der Medienberichterstattung über das Coronavirus neben politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen im Fokus des öffentlichen Interesses. Mehrere renommierte Institute veröffentlichen täglich aktuelle Fallzahlen. Neben dem Robert Koch Institut (RKI), der zentralen Einrichtung der deutschen Bundesregierung für Krankheitsüberwachung, aktualisieren auch die Gesundheitsministerien der Länder, die Landkreise, Städte und Gemeinden regelmäßig ihre Angaben zum Verlauf der Pandemie. Auf europäischer Ebene ist vor allem das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) zu nennen. In Bezug auf die globale Situation gelten insbesondere die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die US-amerikanische Johns Hopkins University in Baltimore als renommierte Institutionen. Beide haben ein dynamisches Corona-Dashboard eingerichtet, in dem sowohl globale als auch länderspezifische Daten einsehbar sind.

Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass sich auch die Angaben der genannten Einrichtungen voneinander unterscheiden. Berichtete die Johns Hopkins University am 3. April gegen 14 Uhr für Deutschland beispielsweise von rund 85.000 Infektionen und 1.100 Todesfällen, waren zum gleichen Zeitpunkt beim Robert Koch Institut knapp 80.000 Infektionen und 1010 Todesfälle registriert. Die WHO wiederum nannte ca. 73.500 Infektionen und 872 Todesfälle, ebenso die ECDC. Angesichts dieser Abweichungen stellt sich damit unweigerlich die Frage: Wer hat recht?

Unterschiede bei Methodik und Zeitpunkt

Eindeutig beantworten lässt sich das nicht. Grundsätzlich gilt, dass alle Zahlen zur Ausbreitung des Coronavirus immer nur eine Momentaufnahme sind und meist schon kurze Zeit nach ihrer Veröffentlichung veralten. Oft sind die Angaben der Institutionen auch deshalb nur begrenzt miteinander vergleichbar, weil sie sich hinsichtlich Erhebungszeitpunkt, zugrundeliegender Methodik und Zählweise voneinander unterscheiden.

Als unabhängige Bundesoberbehörde erstellt das RKI seine Angaben gemäß dem Infektionsschutzgesetz. Dementsprechend werden nur Fälle veröffentlicht, die dem Institut von der jeweils zuständigen Landesbehörde auf elektronischem Wege gemeldet werden. Die Landesbehörde wiederum erstellt ihre Daten auf Basis der Meldungen, die ihr von den entsprechenden Gesundheitsämtern zugehen. Durch diese Übermittlungen entsteht bis zur Veröffentlichung eine Verzögerung von bis zu 24 Stunden. In der Statistik finden sich nur Infektionen wieder, die mittels einer labordiagnostischen Untersuchung oder in Krankenhäusern bestätigt wurden. Werden Personen nicht getestet, weil sie beispielsweise symptomfrei sind, können sie von der Auswertung nicht berücksichtigt werden. Die Zahlen des RKI fallen daher stets etwas niedriger aus als zum gleichen Zeitpunkt an anderer Stelle.

Warum sich Unternehmen auf eine Quelle für Fallzahlen verständigen sollten

Die Zahlen zur Ausbreitung des Coronavirus, die von den Landesgesundheitsbehörden oder regionalen Gesundheitsämtern selbst online veröffentlicht werden, sind dabei oft etwas aktueller als die des RKI, weil Sie unabhängig von der Meldekette an die Oberbehörde bereits kurzfristiger im Netz zur Verfügung gestellt werden. Sollten Sie exakte Informationen zum Pandemieverlauf in einem bestimmten Landkreis oder an einem bestimmten Ort benötigen, empfehlen wir Ihnen deshalb, sich immer auch bei der jeweils zuständigen lokalen Behörde zu informieren. Unternehmen, die sich im Corona-Krisenstab intensiv mit Fallzahlen auseinandersetzen, sollten sich zudem auf eine zentrale Quelle verständigen, von der sie ihre Daten beziehen. Auf diese Weise kommt es nicht zu Unstimmigkeiten und die Vergleichbarkeit der Zahlen bleibt auch über einen längeren Zeitraum gewährleistet.

Die Wissenschaftler der John Hopkins University, eine der renommiertesten Universitäten weltweit, nutzen – anders als das RKI –  eine eigens entwickelte Software, die die Corona-Fallzahlen mittels eines Algorithmus generiert. Dieser greift auf Daten der WHO, nationaler Gesundheitsbehörden, Medienberichten (aus Deutschland unter anderem von Zeit Online und dem Tagesspiegel)  und Social Media Postings zu und berechnet auf dieser Grundlage aktuelle globale Zahlen. Dabei fließen auch Werte aus dem bisherigen Pandemieverlauf in die Kalkulation ein. Die Zahlen fallen deshalb höher aus als beim RKI. Bei der ECDC und der WHO werten Teams von Experten täglich hunderte aktuelle Meldungen der nationalen Gesundheitsbehörden aus, die dann nach einem bestimmten Gewichtungssystem in die Gesamtauswertung einfließen. Hier beschränken sich die Angaben wie beim RKI auf die offiziell durch Tests bestätigten Fälle.

Quellenübersicht:

Dynamisches Dashboard der Johns Hopkins University: https://www.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

Offizielle Zahlen des Robert Koch Institut für Deutschland (Aktualisierung erfolgt i.d.R. einmal täglich): https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

Dashboard der Weltgesundheitsorganisation (Aktualisierung erfolgt i.d.R. einmal täglich): https://who.sprinklr.com/

Zahlen oft nur Mindestwerte – Achten Sie auf seriöse Quellen

Dennoch bleibt festzuhalten, dass eine exakte Benennung der Infektionen und Todesfälle angesichts der weltweiten Tragweite der Pandemie und der sehr dynamisch sich entwickelnden Situation nicht mit letzter Gewissheit möglich ist. Die Zahlen können den Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus nur näherungsweise beschreiben. Das liegt auch an der teils sehr unterschiedlichen Handhabung der Krise in den einzelnen Ländern. Während mancherorts inzwischen sehr umfangreich getestet wird, ist die Zahl der Virustests vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländer viel zu gering, sodass von gravierend hohen Dunkelziffern auszugehen ist. Hinzu kommt, dass auch die Zahl der von einer Infektion genesenen Patienten allenfalls eine Mindestangabe darstellt und in der Realität deutlich höher ausfallen dürfte. Anders als bei einer Infektion gibt es für den Fall der Heilung nämlich keine verpflichtende Meldekette.

Erfahren Sie hier, wie Engel & Zimmermann Sie in den Bereichen der Krisenprävention und Krisenkommunikation mit maßgeschneiderten Lösungen unterstützen kann:

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Krisenprävention und -kommunikation in der Corona-Krise

Von einzelnen Infektionsherden zur globalen Pandemie: Krisenprävention und -kommunikation in der Corona-Krise

Seit Ende Februar die Zahl der Corona-Infektionen in Norditalien nach oben geschnellt ist, verbreitet sich das Virus rasend schnell in Europa, aber auch in anderen Teilen der Welt außerhalb Asiens. In den ersten Tagen war die Sorge der Unternehmen insbesondere, dass der eigene Betrieb im Zusammenhang mit Corona-positiven Mitarbeitern genannt wird und das Renommee der Marke leiden könnte. Aber der Schwerpunkt der Krisenprävention und -kommunikation verlagert sich zusehendes. Denn je mehr die Zahl der Infizierten zunimmt – und davon ist derzeit auszugehen-, desto weniger werden noch einzelne Unternehmen im Fokus stehen.

Was bedeutet das für die Krisenkommunikation?

  1. In der externen Kommunikation geht es vor allem darum keine Fehler zu machen, Empathie und Dialogbereitschaft zu demonstrieren, aber auch glaubhaft mit Maßnahmen zu untermauern, dass die Gesundheit der Mitarbeiter wirklich hohe Priorität genießt. Solange die Entscheidungsträger den Empfehlungen der Behörden Folge leisten, sind sie auch kommunikativ auf der sicheren Seite.
  2. Hochsensibel ist die interne Kommunikation in diesen Tagen. Die Nervosität der Menschen wird weiter steigen und entsprechend wichtig ist es, dass Rundmails, Aushänge und Intranet-Beiträge die eigenen Mitarbeiter erreichen und beruhigen. Wie groß die Angst ist zeigen Beispiele aus den vergangenen Tagen. Es gibt Unternehmen, in denen Desinfektionsmittel gestohlen oder Kollegen stigmatisiert werden, die mit Schnupfen in die Arbeit kommen. Mehr denn je ist es daher wichtig Zeit und Sorgfalt auf die interne Kommunikation zu legen. Unternehmen müssen das Gefühl vermitteln, die Dinge im Griff zu haben, ohne zu verharmlosen, und sich ernsthaft den Sorgen ihrer Mitarbeiter annehmen.
  3. Neben der kommunikativen Dimension stehen gerade produzierende Unternehmen vor einer weiteren Herausforderung: Lässt sich die Lieferfähigkeit auch dann noch sicherstellen, wenn sich die Lage weiter zuspitzt? Wenn die Handelspartner anfragen gilt es auch hier umfassend darzulegen, was im Sinne des Infektionsschutzes und der Krisenprävention alles getan wird.

Tägliche Neubewertung der Maßnahmen

Die Verbreitung des Coronavirus stellt die gesamte Welt vor komplett neue Herausforderungen. Für die Pandemie gibt es kaum Blaupausen und Checklisten, die in der Krisenkommunikation nach Schema F abgearbeitet werden müssen. Umso wichtiger ist es intelligent und situativ zu handeln und jeden Tag die eigene Kommunikationsstrategie und Maßnahmenplanung neu zu bewerten.

Da sich die Nachrichtenlage zur Ausbreitung von Covid-19 permanent ändert, bietet Engel & Zimmermann zur Unterstützung Ihres Krisenstabs ab sofort ein tägliches Sonder-Monitoring zu den Entwicklungen rund um das Coronavirus in der Welt, Europa, Deutschland und dem jeweiligen Bundesland an. Hierin fassen wir die wichtigsten Informationen aus anerkannten Quellen zusammen – von der internationalen über die nationale bis zur regionalen Ebene.

Bei Interesse bzw. Fragen dazu, können Sie jederzeit Frank Schroedter (f.schroedter@engel-zimmermann.de) ansprechen.

ASP: Wie man sich kommunikativ auf Tierseuchen vorbereitet

ASP: Wie man sich kommunikativ auf Tierseuchen vorbereitet

Die Tierseuche Afrikanische Schweinepest (ASP) in heimischen Tierbeständen ist ein Horrorszenario der deutschen Fleischwirtschaft. Der wirtschaftliche Schaden, den eine solch hochinfektiöse Tierseuche in Unternehmen verursachen kann, wäre kaum zu beziffern. Auch die kommunikativen Herausforderungen sind enorm. Gleichzeitig müssen die Unternehmen mit den Anfragen und dem Informationsbedarf des Handels, der Lieferanten, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit jonglieren. Bedeutet: Bereiten Sie sich kommunikativ auf den Fall der Fälle vor.

Krisenprävention heißt in diesem Fall: Unternehmen müssen sprechfähig sein und sollten sich bereits möglichst frühzeitig darauf vorbereiten.

  • Für die unterschiedlichen Zielgruppen müssen reaktive Statements für verschiedene Kommunikationskanäle (u.a. Website, Social Media, Aushänge, Schreiben an Geschäftspartner etc.) und Fragen&Antworten erstellt werden, die über den aktuellen Sachstand informieren. Auch wenn der Kern der Botschaft für jede Zielgruppe identisch sein muss, ist die Aufbereitung der Inhalte individuell unterschiedlich. Ein Fachjournalist beispielsweise verfügt über ein anderes Vorwissen als der Redakteur einer Tageszeitung. Und der Handel verlangt andere Informationen als die breite Öffentlichkeit
  • Insbesondere für die Kommunikation mit dem Verbraucher bzw. dem Kunden an der Bedientheke gilt: Für Sie mag es keine Rede wert sein, dass ASP nicht auf Menschen überspringt, aber viele Endkunden sind sich dessen gar nicht bewusst. Vermeiden Sie daher zum einen eine technische Sprache voller Fachbegriffe. Diese sind Ihren Adressaten vielleicht gar nicht bekannt. Zum anderen beschreiben Sie Ihre präventiven Maßnahmen sehr anschaulich und verständlich. Das schafft Vertrauen.
  • Als Unternehmen sollten Sie nur dann aktiv medial Stellung beziehen, wenn Ihr Unternehmen tatsächlich im Fokus steht. Generische Anfragen können Branchenverbände dezidiert beantworten, das müssen Sie nicht tun.

Erst Check der Krisenprävention, dann Maßnahmen

Wie kann Sie Engel&Zimmermann unterstützen und einen möglichen Imageschaden minimieren helfen? Gemeinsam mit Ihnen besprechen wir Ihre individuelle Situation und den Status Ihrer Krisenprävention. Daraus ergibt sich in der Regel ein Bild von der Gefährdungslage Ihres Unternehmens unter kommunikativen Gesichtspunkten. Anschließend übernehmen wir die zielgruppengerechte Texterstellung. Das ist häufig der wichtigste Baustein beim kommunikativen Umgang mit Tierseuchen.

Gerne stehen wir Ihnen für ein unverbindliches Telefonat unter der 089-893 56 33 zur Verfügung. Ansprechpartner: Dr. Matthias Glötzner. E-Mail: info@engel-zimmermann.de; Stichwort Tierseuchen.

Coronavirus Krisenkommunikation

Krisenkommunikation, Coronavirus und die kommunikative Springflut

Filmende Kamerateams vor der Firmenzentrale, Medienanfragen en masse und Mitarbeiter mit hohem Informationsbedürfnis – wenn neuartige Viren wie der Coronavirus grassieren und dazu Bilder einer menschenleeren chinesischen Millionenstadt in den Hauptnachrichten gezeigt werden, dann steigt der Herzschlag in international operierenden Firmen und den Krisenstäben. Denn Epidemien wie SARS oder der Coronavirus können betriebliche Abläufe komplett durcheinanderbringen. Sie können bis zu zeitweisen Standortschließungen wie in dem Fall des oberbayrischen Automobilzulieferers führen. Vor diesem Hintergrund stellen sich im Krisenmanagement viele Fragen, darunter die folgenden:

  • Wie funktioniert eigentlich die Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden? Wer spricht wann mit wem? Und- wer treibt wen?
  • Was machen wir, wenn der Virus in direkter Verbindung zur Firma steht?
  • Welche Handlungsoption wähle ich: Ausschließlich das umsetzen, was in Absprache mit den Behörden vorgesehen ist? Oder geht man darüber hinaus und ergreift zusätzliche Maßnahmen, die in der Außenwirkung Pluspunkte bringen?
  • Wie nimmt man besorgte Mitarbeiter am besten mit?
  • Und wie geht man operativ mit dem erfahrungsgemäß springflutartigen Medieninteresse um?
  • Was bedeuten Pandemien eigentlich für die Kundenbeziehungen?
  • Und was wäre, wenn der Krisenstab in Quarantäne geschickt werden würde?

Krisenprävention ist die halbe Miete

Bekanntermaßen gilt in der Krisenkommunikation: Krisenprävention ist die halbe Miete. Aber sind Unternehmen tatsächlich vorbereitet auf Krisensituationen, die mit Epidemien in Verbindung stehen? Vermutlich eher nicht, denn Ereignisse wie der Coronavirus haben Seltenheitswert. Geübter sind in der Krisenkommunikation eher Krisen wie klassische Produktrückrufe, schwere Betriebsunfälle oder ökonomische Problematiken, die mit Werkschließungen oder einem Arbeitsplatzabbau einhergehen.

Nichtsdestotrotz gelten auch bei Pandemien einfache Spielregeln, die sich über eine kluge Krisenprävention abbilden lassen:

  1. Sortierung machen: Was bedeutet ein festgestellter Virus im Betrieb? Sprich: Wer ist betroffen, wer ist Beteiligter im Krisenfall?
  2. Verantwortung: Wer ist für die Kommunikation mit welcher Zielgruppe verantwortlich? Sprich: Wer kommuniziert mit Mitarbeitern, Behörden, Medien, Kunden, Lieferanten und Dritten, auf welche Weise und in welcher Frequenz?
  3. Monitoring: Wie erfahren wir unmittelbar, wer sich wie zu der Krise äußert und vor allem in welcher Tonalität? Wie fangen wir Fehlmeldungen wieder ein? Abhilfe schaffen hier Online-Monitoring-Tools.

Wenn in einem Krisenfall, der durch ein kritisches Virus ausgelöst wird, die Gesundheitsbehörden involviert sind, behält ein Unternehmen nicht unbedingt die Kommunikationshoheit. Aus diesem Grund sollten Firmen frühzeitig mit den Behörden solche Fälle durchspielen. Die aktuelle Berichterstattung über den Coronavirus hat vielen Kommunikationsverantwortlichen vor Augen geführt, das Gesundheitsrisiken für Mitarbeiter ein ganz eigenes Krisenthema darstellen. Sich auf dieses Krisenszenario einzustellen, bedeutet im tatsächlichen Krisenfall mehr Zeit für die Krisenkommunikation zur Verfügung zu haben. Im Zeitalter globaler Warenströme und einer immer stärkeren Vernetzung der Wirtschaft werden Krisen wie das Coronavirus oder SARS wiederkehren. Aus diesem Grund hilft eine kluge Krisenprävention einen möglichen Reputationsschaden zu begrenzen, dem Krisenstab die Sicherheit zu geben gut vorbereitet zu sein und im tatsächlichen Krisenfall den ein oder anderen Lapsus zu vermeiden helfen.

Krisensicher?

In Zeiten der Digitalisierung mit neuen Kommunikationsformen in Echtzeit sind Maßnahmen der Krisenprävention und -kommunikation für Unternehmen wichtiger als je zuvor. Viele Firmen sind auf dem Gebiet nur unzureichend aufgestellt. Engel & Zimmermann hat ein Tool entwickelt, das offenlegt, wo konkreter Handlungsbedarf im Krisenmanagement besteht und wie potentielle Lücken geschlossen werden können.

Eine zeitnahe und gute Krisenkommunikation war nie so bedeutsam wie heute: Das Krisenpotential für Firmen steigt stetig, kaum eine Branche ist immun dagegen. Dass Unternehmen schneller von einer Krise betroffen sein können, als sie denken, ist den meisten nicht bewusst.

Krisenpotenzial liegt allmählich bei 100 Prozent

Die Zahl der Krisen ist in den letzten 30 Jahren um fast 75 Prozent gewachsen.* Heute geht die Wahrscheinlichkeit für Firmen, mit einer Krise konfrontiert zu sein, auf 100 Prozent zu – eingeschlossen den kommunikativen Herausforderungen.** Durch die gesellschaftliche Schnelllebigkeit, die Digitalisierung mit neuen Kommunikationsformen in Echtzeit sowie dem wirtschaftlichen Druck für Organisationen auf allen Ebenen, steigt die Wahrscheinlichkeit stetig.

Krisengründe sind vielseitig

Eine Krise kann viele Ursachen haben. Sie kann hausgemacht oder fremdbestimmt sein, von der Konkurrenz subtil gesteuert oder medial gehypt werden. Welche Natur eine Krise auch immer hat, welche medialen Wellen sie schlagen mag – ohne entsprechende Vorbereitung ist ein Unternehmen ihr meistens hilflos ausgeliefert.

Krisenfolgen sind gravierend

Viele Firmen wenden sich erst im Krisenfall an Kommunikationsexperten – dann, wenn das Ausmaß der Krise oftmals größer ist, als es sein müsste und wertvolle Zeit für die richtige erste Botschaft an die Öffentlichkeit bereits verschenkt wurde. Die Folge kann ein erheblicher Unternehmensschaden sein, der durch eine umfassende Krisenprävention verringert oder verhindert werden könnte. Eine schlecht gemanagte und ebenso nach außen vertretene Krise kann ein Unternehmen nachhaltig in den Abgrund stürzen.

Krisenprävention ist ein Must-have

Besonders wichtig für eine zielführende Krisenkommunikation ist die Vorbereitung. Durch entsprechende präventive Maßnahmen, lassen sich Krisen zwar nicht verhindern, aber sie werden beherrschbar. Wer sich früh mit den Krisenpotenzialen beschäftigt, schafft eine gute Basis für die Krisensituation selbst und kann sich darüber hinaus ein aufschlussreiches Bild der eigenen internen Prozesse machen.

Krisen-Schnell-Check

Engel & Zimmermann hat ein Tool für Unternehmen entwickelt, das offenlegt, wo Handlungsbedarf im Krisenmanagement besteht und wie potenzielle Lücken geschlossen werden können. Mit dem Tool erhalten Interessierte Einblicke, welche Maßnahmen es gibt, sich für den Ernstfall vorzubereiten und wie gut bzw. unzureichend sie momentan aufgestellt sind.

Jetzt Krisenpotenzial checken: Krisen-Schnell-Check.

 

*Forthmann J., Heintze R. (2015). Vordenker in der Krisenkommunikation. Norderstedt: Books on Demand. S. 6

**Fiederer S., Ternès, A. (2017). Effiziente Krisenkommunikation – transparent und authentisch. Wiesbaden: Springer Fachmedien. S. 1

Die Qualität der Beziehung zwischen Absender und Empfänger ist wichtiger als die Qualität der Information

Mit dem Hochwasser ist es wie mit dem Sterben: man mag sich damit nicht beschäftigen; es sei denn, es betrifft einen im persönlichen Umfeld; hier und jetzt. Der Mensch hat einen gesunden Mechanismus entwickelt, der die Auseinandersetzung mit dem Verhalten in potenziellen Gefahrensituationen oder der Vorsorge verdrängt. Das trifft neben verschiedenen Katastrophenszenarien auch auf Themen wie Zivilcourage zu. Die Medien berichten über diese Themen nur bei hohen Schadensdimensionen. Bei Naturkatastrophen bedarf es dafür vieler Opfer, bei Zivilcourage eines Helfers wie Dominik Brunner, der ums Leben kommt. Ansonsten setzt sich die Gesellschaft mit diesen sensiblen Gefahrenthemen nur ungern und sehr selten auseinander. Was bedeutet das für die Kommunikation? Wie schafft man es trotz dieses menschlichen Schutzmechanismus, diese Themen von hoher gesellschaftlicher Relevanz ins Bewusstsein der Menschen zu rücken? Denn theoretisch kann fast jeder jederzeit betroffen sein – sowohl von Hochwasser oder anderen Katastrophen als auch von willkürlicher Gewalt, in der Zivilcourage vonnöten ist. Und theoretisch weiß das auch jeder.

Seit vielen Jahren versucht die Forschung, Faktoren zu identifizieren, die erklären können, warum manche Risiken große öffentliche Aufmerksamkeit erfahren, andere dagegen so gut wie gar keine. Risiken in der Kommunikation allein auf Wahrscheinlichkeiten und Konsequenzen zu reduzieren, ist dabei nicht zielführend. Studien kamen zu dem Ergebnis, dass beispielsweise nur zwei Faktoren die Wahrnehmung von Naturrisiken wirklich beeinflussen:

  1. Wer unmittelbar ein Erdbeben, einen Orkan oder Hochwasser erlebt hat, wer möglicherweise sein Haus oder gar Angehörige verloren hat, dessen Wahrnehmung ändert sich grundlegend. Im Lauf der Jahre nimmt dies allerdings wieder ab. Bei Hochwasser z.B. ist nach 3-5 Jahren die Sensibilisierung wieder merklich gesunken.
  2. Und wer Berichte in den Medien hört, sieht oder liest, wer im Unterricht über Naturrisiken etwas erfährt oder durch Zeitzeugen vermittelt bekommt, dessen Wahrnehmung scheint sich ebenfalls zu ändern, wenn auch deutlich langsamer. Dies hängt mit dem Vertrauen in Experten zusammen, zu denen man die Medien, Bildungseinrichtungen oder diverse Fachleute (noch) zählen kann.

Jemand, der ein erhöhtes Risiko wahrnimmt handelt aber nicht automatisch. Ein direkter Zusammenhang von Risikobewusstsein und Vorsorgehandlung konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Diese ernüchternde Erkenntnis hat direkte Auswirkungen auf die Kommunikation von Naturrisiken. Ein reines Informieren der Bevölkerung durch Experten und die Beschreibung angemessenen Verhaltens im Krisenfall führt nicht zwangsläufig zu den gewünschten Handlungen auf Seiten der Zielgruppen. Forschungsergebnisse zeigen vielmehr: Es ist weniger die Qualität der Information, sondern vielmehr die Qualität der Beziehung von Absender und Empfänger, die entscheidend für das Handeln ist. Die rein sachliche Kommunikation ignoriert fahrlässig die wichtige Beziehungsebene. Aus der Sicht des Experten zu kommunizieren, was denn nun angemessenes, richtiges und vorsorgendes Verhalten ist, reicht nicht mehr aus, um Schäden nachhaltig zu reduzieren. Im Gegenteil: es kann sogar Vertrauen der Zielgruppen in die verantwortlichen Institutionen reduzieren. Eine Optimierung der fachlichen Information an sich läuft daher oft ins Leere. Die Aufgabe für die Kommunikatoren ist vielmehr die Gestaltung einer Vertrauensbasis mit den Zielgruppen. Wirksame Kommunikation setzt daher auf Dialog und auf Kommunikationsformate, die diesen langfristig ermöglichen. Denn erst wenn es eine grundsätzliche Vertrauensbasis gibt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sachlich korrekte Hinweise von Experten auch von den Zielgruppen angenommen werden.

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Die „Krise“ ist allgegenwärtig – oder etwa nicht?

Ganz gleich, welchen Mediums – off- oder online – man sich in jüngster Zeit bedient: Die „Krise“ scheint allgegenwärtig: Ukraine-Krise, Euro-Krise, Griechenland-Krise – selbst Fußballvereine wie Chelsea und Mönchengladbach stecken offensichtlich in der Krise. Sogar die Menschen, die momentan nach Europa kommen, weil sie in der Heimat keine Perspektive haben, fallen unter dem Begriff „Flüchtlings-Krise“ dem inflationären Gebrauch dieses Worts zum Opfer.

Liegt das etwa an uns Deutschen? Sind wir ein Volk von Pessimisten und Bedenkenträgern, die ständig in Sorge leben (müssen)? Glauben mag ich das nicht – vor allem nicht, wenn ich sehe, wie engagiert viele Menschen hierzulande – darunter zahlreiche freiwillige Helfer –  daran arbeiten, die ankommenden Flüchtlinge zu betreuen. Dafür gebührt ihnen großer Respekt und Dank. Weiterlesen

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Vertrauen durch Dialog: Wie die Daunenbranche mit Kritik umgeht

In zahlreichen Bereichen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft nehmen die Aktivitäten von Interessensgruppen, allgemein NGOs genannt, zu. Gerade in der Lebensmittelindustrie und damit verbundenen Branchen sind Tierschutzorganisationen sehr aktiv. Das betrifft mittlerweile auch die Outdoor-Industrie, die hochwertige Textilien herstellt und auf den ersten Blick ein atypisches Ziel für NGO-Kritik darstellt. Auf den zweiten Blick gibt es allerdings sehr wohl eine Verbindung zur Massentierhaltung: Daunen, die zur Füllung hochwertiger wärmender Jacken, Schlafsäcke und Bettdecken verwendet werden. Als natürliches Füllmaterial, das seit Jahrhunderten Verwendung findet, mag die Daune wenig Angriffsfläche bieten. Doch bezieht sich die Kritik der Tierschützer weniger auf den Rohstoff an sich – dessen isolierende Eigenschaften noch keine Kunstfaser bislang erreichen konnte – sondern dessen Gewinnung sowie auf die Haltung von Enten und Gänsen. Die Daunenbranche fühlte sich missverstanden, zumal Daunen ein Nebenprodukt darstellen, das nur einen geringen Teil des Werts eines Tieres ausmacht.

Die Lösung: Begleitet von Engel & Zimmermann entschlossen sich elf führende Daunenlieferanten, verstärkt den Kontakt mit Outdoor-Firmen und NGOs zu suchen, um offen über die strittigen Themen zu sprechen. Dazu gehörte auch die Mitarbeit an einem völlig neuen, weltweiten Daunenstandard, der gemeinsam entwickelt wurde. Die Vorteile: Die Daunenbranche konnte trotz bestehender Differenzen Vertrauen und Verständnis aufbauen. Verbraucher und NGOs wiederum erkennen, dass alle Beteiligten sich für eine Verbesserung des Tierwohls einsetzen. Der angestoßene Prozess wird sich über mehrere Jahre erstrecken und ist ein Beispiel, wie eine Branche Kritik von außen positiv aufnehmen kann.

 

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Rettung vor dem Pranger

Geraten Marken in die öffentliche Kritik, kann das für Unternehmen zur Existenzfrage werden. Professionelle Vorsorge  ist die beste Strategie. Unser Vorstandsmitglied Sybille Geitel im Interview mit der WamS.