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Krisensicher?

In Zeiten der Digitalisierung mit neuen Kommunikationsformen in Echtzeit sind Maßnahmen der Krisenprävention und -kommunikation für Unternehmen wichtiger als je zuvor. Viele Firmen sind auf dem Gebiet nur unzureichend aufgestellt. Engel & Zimmermann hat ein Tool entwickelt, das offenlegt, wo konkreter Handlungsbedarf im Krisenmanagement besteht und wie potentielle Lücken geschlossen werden können.

Eine zeitnahe und gute Krisenkommunikation war nie so bedeutsam wie heute: Das Krisenpotential für Firmen steigt stetig, kaum eine Branche ist immun dagegen. Dass Unternehmen schneller von einer Krise betroffen sein können, als sie denken, ist den meisten nicht bewusst.

Krisenpotenzial liegt allmählich bei 100 Prozent

Die Zahl der Krisen ist in den letzten 30 Jahren um fast 75 Prozent gewachsen.* Heute geht die Wahrscheinlichkeit für Firmen, mit einer Krise konfrontiert zu sein, auf 100 Prozent zu – eingeschlossen den kommunikativen Herausforderungen.** Durch die gesellschaftliche Schnelllebigkeit, die Digitalisierung mit neuen Kommunikationsformen in Echtzeit sowie dem wirtschaftlichen Druck für Organisationen auf allen Ebenen, steigt die Wahrscheinlichkeit stetig.

Krisengründe sind vielseitig

Eine Krise kann viele Ursachen haben. Sie kann hausgemacht oder fremdbestimmt sein, von der Konkurrenz subtil gesteuert oder medial gehypt werden. Welche Natur eine Krise auch immer hat, welche medialen Wellen sie schlagen mag – ohne entsprechende Vorbereitung ist ein Unternehmen ihr meistens hilflos ausgeliefert.

Krisenfolgen sind gravierend

Viele Firmen wenden sich erst im Krisenfall an Kommunikationsexperten – dann, wenn das Ausmaß der Krise oftmals größer ist, als es sein müsste und wertvolle Zeit für die richtige erste Botschaft an die Öffentlichkeit bereits verschenkt wurde. Die Folge kann ein erheblicher Unternehmensschaden sein, der durch eine umfassende Krisenprävention verringert oder verhindert werden könnte. Eine schlecht gemanagte und ebenso nach außen vertretene Krise kann ein Unternehmen nachhaltig in den Abgrund stürzen.

Krisenprävention ist ein Must-have

Besonders wichtig für eine zielführende Krisenkommunikation ist die Vorbereitung. Durch entsprechende präventive Maßnahmen, lassen sich Krisen zwar nicht verhindern, aber sie werden beherrschbar. Wer sich früh mit den Krisenpotenzialen beschäftigt, schafft eine gute Basis für die Krisensituation selbst und kann sich darüber hinaus ein aufschlussreiches Bild der eigenen internen Prozesse machen.

Krisen-Schnell-Check

Engel & Zimmermann hat ein Tool für Unternehmen entwickelt, das offenlegt, wo Handlungsbedarf im Krisenmanagement besteht und wie potenzielle Lücken geschlossen werden können. Mit dem Tool erhalten Interessierte Einblicke, welche Maßnahmen es gibt, sich für den Ernstfall vorzubereiten und wie gut bzw. unzureichend sie momentan aufgestellt sind.

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*Forthmann J., Heintze R. (2015). Vordenker in der Krisenkommunikation. Norderstedt: Books on Demand. S. 6

**Fiederer S., Ternès, A. (2017). Effiziente Krisenkommunikation – transparent und authentisch. Wiesbaden: Springer Fachmedien. S. 1

Shitstorm-Versicherungen im Aufwind

Anfang des Jahres musste die Textilkette H&M einen Shitstorm aushalten, der eine globale Dimension angenommen hatte. Im Rahmen einer Werbekampagne zeigte der schwedische Konzern das Bild eines schwarzen Jungen, der einen Pullover mit der Aufschrift trug: „Coolest Monkey in the Jungle“. Neben ihm war ein weißer Junge zu sehen, dessen Pulli ihn als „Survival Expert“ auswies. Was wollte H&M damit ausdrücken? Ein schwarzer Junge ein „Affe“? Und ein weißer ein „Überlebenskünstler“? Die Kritik war so massiv, dass für das Unternehmen wichtige Models und Kreative ihre Zusammenarbeit beendeten. Der Konzern musste öffentlich Abbitte leisten.

Beispiele für solche Shitstorms gibt es viele. Sie haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Renommierte Marken wie Ariel, Ing Diba, Pril, True Fruits oder auch Barilla wurden wegen unglücklicher Kampagnen oder ihrer Wortwahl bereits davon heimgesucht.

Innerhalb weniger Stunden kann aus einer einzelnen Kritik auf Facebook oder Twitter eine öffentliche Lawine werden. Dann springen die Medien auf den Zug auf. Der Eklat breitet sich aus und erreicht auch diejenigen, die sich konsequent der digitalen Kommunikation verweigern. Wenige Stunden reichen, um einen langfristigen Reputationsschaden zu bewirken. Boykottaufrufe sorgen dafür, dass Absatz und Umsatz leiden.

Reputationsschutz als Wachstumsmarkt

Vielen Versicherungen haben erkannt, dass der öffentliche Raum für Unternehmen zu einem Minenfeld geworden ist und Potential bietet. Denn die Wahrscheinlichkeit früher oder später in einen Skandal verwickelt zu werden ist groß. Nach der Munich Re und großen US-Versicherern ist jetzt auch der europäische Marktführer Allianz mit einer Anti-Skandal-Versicherung in das Geschäft eingestiegen. HDI Global bietet Reputationsschutz als Baustein anderer Verträge an. Die Policen decken Umsatzverluste ab, die Firmen durch rufschädigende Krisen erleiden können.

Außerdem enthalten: Die unbedingt erforderliche, professionelle Beratung für die Krisenkommunikation. In der Regel können die Unternehmen dafür eine Agentur aus dem Partnernetzwerk des Versicherers wählen. Allerdings stehen für den Schadensfall meist nur internationale Netzwerk-Agenturen zur Verfügung. Sie sind zwar ideal, um die globale Reputationskrise eines multinationalen Konzerns zu bewältigen, können sich jedoch nur eingeschränkt auf die Bedürfnisse und Herausforderungen eines Mittelständlers einstellen. Dabei sollten Firmen gerade in Krisensituationen auf Partner zurückgreifen, die das Unternehmen gut kennen und denen es gelingt, die interne Argumentation nach außen so zu übersetzen, dass sie einen deeskalierenden Effekt hat.

Beitragsbild-Blog

Über das wachsende Misstrauen gegen die Medien oder wie Pressesprecher und PR-Berater zum Gladiator – äähhh – Mediator werden

Krisenkommunikationsgipfel in München: Im Zentrum der Veranstaltung stand das Thema „Vertrauensmanagement“ und welche Strategien Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen zur Bewältigung schwieriger Kommunikationssituationen entwickelt haben.

Zwischen „Dieselgate“ und „Lügenpresse“

Wie zerrüttet ist das Verhältnis zwischen Massen und Medien? Wie gewinnt ein Unternehmen verloren gegangenes Vertrauen zurück? Und welche Rolle spielt darin der Umgang mit Journalisten? Diese und andere Fragen diskutierten neben der Gastgeberin des Krisenkommunikationsgipfels Romy Fröhlich, Professorin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU, Vertreter aus Wirtschaft, Journalismus, dem deutschen Presserat und der Kommunikationsforschung und kamen zu dem Ergebnis: In Krisensituationen können Journalisten wichtigster Verbündeter oder Angstgegner sein. Weiterlesen

Beitragsbild-Blog

Die „Krise“ ist allgegenwärtig – oder etwa nicht?

Ganz gleich, welchen Mediums – off- oder online – man sich in jüngster Zeit bedient: Die „Krise“ scheint allgegenwärtig: Ukraine-Krise, Euro-Krise, Griechenland-Krise – selbst Fußballvereine wie Chelsea und Mönchengladbach stecken offensichtlich in der Krise. Sogar die Menschen, die momentan nach Europa kommen, weil sie in der Heimat keine Perspektive haben, fallen unter dem Begriff „Flüchtlings-Krise“ dem inflationären Gebrauch dieses Worts zum Opfer.

Liegt das etwa an uns Deutschen? Sind wir ein Volk von Pessimisten und Bedenkenträgern, die ständig in Sorge leben (müssen)? Glauben mag ich das nicht – vor allem nicht, wenn ich sehe, wie engagiert viele Menschen hierzulande – darunter zahlreiche freiwillige Helfer –  daran arbeiten, die ankommenden Flüchtlinge zu betreuen. Dafür gebührt ihnen großer Respekt und Dank. Weiterlesen