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Online-PR: Das Potenzial der eigenen Kanäle im Web

Durch die Digitalisierung waren die Möglichkeiten noch nie so groß, über eigene Kanäle passende Inhalte zu streuen und mit relevanten Stakeholdern direkt in den Kontakt zu kommen. Im Web tummeln sie sich alle – Mitarbeiter, Kunden, Wettbewerber, Lieferanten, Journalisten, Influencer, Kapitalgeber, Lieferanten, NGOs. Es gibt nahezu für alle Anspruchsgruppen den geeigneten Kanal, um als Unternehmen zu kommunizieren, zuzuhören und Botschaften zu platzieren.

Aus PR-Sicht ergibt sich daraus ein großes Potenzial, um die öffentliche Wahrnehmung eines Unternehmens zu beeinflussen. Owned Media ist das große Stichwort, das immer mehr an Relevanz gewinnt und klassischen Massenmedien teilweise unheimlich nah kommt. Besonders das Web hält unzählige Kanäle bereit, mit denen Organisationen ihren  öffentlichen Standpunkt mitgestalten können.

Für Unternehmen bedeutet das, ihre Botschaften nicht nur über die klassische Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch über eigene Kanäle im Web zu platzieren. Die größte Relevanz hierbei hat die eigene Website, die einer digitalen Visitenkarte nahe kommt. Ist die Website eines Unternehmens nicht professionell aufgebaut, ist der erste Eindruck im Netz oftmals schon vertan. Auf der eigenen Seite sollten alle Stakeholdergruppen angesprochen und zu passenden Informationen navigiert werden.

Von hier aus geht die Reise weiter – gibt es Kapazitäten, um einen Unternehmensblog zu führen? Corporate Blogs eignen sich zum einen besonders, um einen Expertenstatus in einem bestimmten Gebiet aufzubauen. Zum anderen haben Blogs einen positiven Einfluss auf die Suchmaschinenoptimierung eines Unternehmens und verbessern das Ranking in der Trefferliste.

Auch Accounts in sozialen Netzwerken bergen großes Potenzial: Mit der geeigneten Community und der richtigen Ansprache können passende Botschaften gezielt platziert und die Wahrnehmung bei den Interessengruppen eines Unternehmens nachhaltig beeinflusst werden.

Auch wenn die PR-Chancen groß sind, sollten die Kapazitäten nicht unterschätzt werden, die für eine professionelle Kommunikation über eigene Kanäle im Web notwendig sind – Stakeholder müssen identifiziert, Botschaften festgelegt,  Inhalte aufbereitet, Kanäle gepflegt, die Reputation gemessen werden. Langfristig gesehen können Unternehmen jedoch mit einem strategischen Ansatz und der entsprechenden Pflege ihrer Kanäle einen nachhaltigen Einfluss auf ihre Reputation nehmen. Ein Engagement lohnt sich.

 

 

Bezahlte Blogbeiträge – na und?

Blogger-Kooperationen gehören inzwischen zum täglich Brot eines PR-Beraters. Dabei ist klar, erhält der Blogger ein monetäres Honorar, muss das entsprechend kenntlich gemacht werden. Denn Achtung, die Landesmedienanstalten finden sie alle: die heimlichen Produktaufrufe und Schleichwerbungen, versteckt zwischen fröhlichem Blogger-Sprech, Beauty- und Backtipps. Ok zugegeben, manche Blogs verkommen zu regelrechten Werbeplattformen. Hier habe ich als Leser tatsächlich wenig Lust nach echten Inhalten zu suchen. Viele kritisieren diese zunehmende Kommerzialisierung. Aber Herzensangelegenheit hin oder her, auch der tollste und coolste Blogger muss sehen wo er bleibt und sein Geld verdienen. Vor allem wenn das Bloggen sein Hauptberuf ist. Würde er keine bezahlten Kooperationen eingehen und die Beiträge ausschließlich selbst finanzieren, sähen die Blogs und deren Inhalte vermutlich ganz schön langweilig aus. Und Hand aufs Herz: Würden wir die Beiträge lesen, wenn die Wohnung im Hintergrund mau aussieht, die Videos von schlechter Qualität und die Texte wegen mangelnder Zeit wenig gehaltvoll sind und voller Fehler stecken? Von den gesponserten Beiträgen profitiert doch die ganze Community! Außerdem wird kein Blogger über Produkte und Unternehmen berichten, wenn er sie nicht selbst auch gut findet. Und meine Meinung ist, ein guter Blogger hält das Gleichgewicht zwischen gesponserten Stories, Links und Werbebannern und eben den Beiträgen, die ohne fremde Finanzierung entstanden sind.

Weniger ist mehr und zahlt auf die Glaubwürdigkeit ein

 Waren es bis vor einigen Jahren zwei Blogger-Anfragen pro Jahr an ein Unternehmen – sind es heute teilweise mehrere pro Monat. So groß und vielfältig ist die Bloggerlandschaft in Deutschland geworden. Und vor allem professioneller. Das bringt viele Chancen vor allem auch für die Unternehmen und Dienstleister wie uns mit sich. Unsere Aufgabe als PR-Berater ist es, die Seriosität und Inhalte der Blogger einzuschätzen und dann unseren Kunden eine entsprechende Empfehlung auszusprechen, ob eine Zusammenarbeit Sinn macht oder nicht. Ansprechende sowie nicht zu werbliche Texte und lieber ein paar Produktnennungen weniger – das zahlt auf die Glaubwürdigkeit ein. Hier sollten wir die Ansprüche der Blogger akzeptieren und entsprechend an das Unternehmen vermitteln. Ebenso informieren wir den Kunden, dass ein bezahlter Beitrag als gesponsert gekennzeichnet werden muss und nicht neutral für sich stehen kann. Nur wenn der Beitrag am Ende transparent gekennzeichnet und ehrlich ist, profitieren beide Seiten von der Kooperation. Und Werbung hin oder her – am Ende entscheidet der Leser schließlich selbst, welchen Beitrag er liest und welches genannte Produkt er kauft.