Fake News & Social Bots: Informationen machen Unternehmen fit

Der amerikanische Wahlkampf ist untrennbar mit ihnen verbunden: Fake News. Dass Falschaussagen Meinungen und sogar Wahlen beeinflussen können, ist nichts Neues. Neuer ist, dass sie sich – professionell und plakativ aufgesetzt – rasend schnell dank sozialer Kanäle verbreiten lassen. Wenn Freunde, Influencer und sogar Medien Nachrichten dieser Art weitertragen, wird daraus schnell vermeintliche Wahrheit. Distributoren, die hier an Beliebtheit gewinnen, sind Social Bots. Ausgestattet mit Profilbild, Posts und Followern suggerieren diese Computerprogramme, echte User zu sein. Sie werden in den sozialen Kanälen eingesetzt, um automatisierte Antworten beispielsweise bei Twitter auf festgelegte Hashtags zu setzen. Das funktioniert auch wunderbar bei Facebook. Deshalb hat das größte soziale Netz kürzlich auch in Deutschland die Reißleine gezogen und zehntausende gefälschter Konten gelöscht – gegen die Desinformation vor der Bundestagswahl, wie es heißt. Auch hat Facebook damit begonnen, Nachrichten mit dem Logo des jeweiligen Mediums zu kennzeichnen. So soll die Quelle einer Nachricht für den User sichtbarer werden. Sinnvolle Maßnahmen, bedenkt man, dass die Rückverfolgung nicht einfach, teilweise sogar unmöglich ist, um Urhebern von Falschaussagen und Social Bots auf die Spur zu kommen und sie sogar juristisch zu belangen. Einen anderen Schritt haben die Grünen unternommen und wollen mit einer ‚Netzfeuerwehr‘ aus 2600 grün-affinen Nutzern Fake News in den sozialen Medien entgegenwirken.

Aber betreffen Online-Falschmeldungen nur die Politik? Mitnichten. Das Thema hat die Brisanz, auch für Unternehmen relevant zu werden – und dies nicht nur für die Big Player am Markt. Szenarien gibt es viele: Beispielsweise könnte der Kurs börsennotierter Unternehmen über Fake News beeinflusst werden. Überwachung von Mitarbeitern, Quälerei in der Massentierhaltung, Verbrauchertäuschung – Unternehmen können insbesondere bei gesellschaftlich heiß-diskutierten Themen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, auch wenn sie eigentlich nicht betroffen sind. Die Rehabilitation ist bekanntermaßen langwieriger als die Verurteilung. Das Vertrauen der Kunden steht auf dem Spiel.

Was ist zu tun? Am Anfang steht wie bei allen Krisenfällen die Information. Wie wird über mein Unternehmen im Web und in den sozialen Kanälen gesprochen? Diese Frage sollte jeder Unternehmer beantworten können, um handlungsfähig zu sein. Professionelle Monitoring-Services liefern Liveberichte und können dabei unterstützen, Social Bots und Quellen von Fake News zu identifizieren. Dies gibt Unternehmen die Möglichkeit, zeitnah auf Falschmeldungen zu reagieren, ob kommunikativ und bzw. oder mit juristischen Mitteln. Es ist davon auszugehen, dass Fake News in den nächsten Jahren weiter an Dynamik gewinnen. Doch wer gut informiert ist, ist gut vorbereitet.

 

 

Big Data – „Super wichtig, musst du machen, aber keine Ahnung was das ist“

Dass Big Data ein „Big Thema“ ist – auch in der PR – dürfte spätestens seit Donald Trumps Wahlkampfkampagne kein Geheimnis mehr sein. Der resultierende Mehrwert scheint enorm, die sich ergebenden Chancen vielversprechend und die Macht der Daten verspricht geradezu exorbitanten Informationsvorsprung. Die Frage ist: Was können riesige Datenmengen wirklich leisten, sind sie die Zukunft und (wo) haben sie Grenzen?

Den Begriff Big Data definitorisch abzugrenzen gestaltet sich zu einer echten Herausforderung. Beschreibt er nun lediglich die Vielzahl von komplexen Informationen oder funktioniert er nur in Kombination mit einer präzisen Analyse ebenjener Daten? Fest steht, der versprochene Mehrwert kann nur dann generiert werden, wenn Verantwortliche mit den Informationen umzugehen wissen und relevante Erkenntnisse daraus ziehen. Das beste Werkzeug nutzt nun mal nur demjenigen, der damit umzugehen weiß.

Modernisierung und technischer Fortschritt spielen Unternehmen dabei maßgeblich in die Hände. Dank Social Media und Co. war es nie leichter etwas über seine Stakeholder in Erfahrung zu bringen. Und genau hier liegt die beworbene Stärke von Big Data – die Möglichkeit Korrelationen zwischen Unternehmen und Stakeholdern zu erkennen, und vor allem zu verstehen. Die Chance, aus komplexen, abstrakten Daten und Fakten Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Kunst dabei ist es weniger unstrukturierte Daten zu generieren, sondern vielmehr die bestehenden Zusammenhänge zu beleuchten. Höchst intelligenten Programme leisten bereits heute sogenannte Big-Data-Analysen. Das Problem liegt also wahrscheinlich gar nicht am Werkzeug, sondern vielmehr an der Gebrauchsanleitung. Das Verständnis und das Bewusstsein dafür, dass auch einfachste analytische Kompetenzen eine genaue Zielgruppenanalyse zulassen, fehlt. Die Frage ist doch, wenn mit gesundem Menschenverstand bereits diverse Zusammenhänge und Muster erkannt werden können, wieso nicht den Prozess durch technische Unterstützung beschleunigen?

Interessant ist: Jeder setzt im Prinzip auf Big Data, beziehungsweise hat die Möglichkeit es sich zunutze zu machen. Daten werden aus Erfahrung gewonnen, und diese sammeln Unternehmen Tag für Tag, ohne es zu realisieren und sich ihres Wertes bewusst zu sein. Die gesammelten Erfahrungswerte müssen „nur noch“ analysiert, statt archiviert werden. Überraschung – jedes Medium besteht letztlich aus diversen, unterschiedlichsten Personen. Daten darüber, welche Themen bei wem, wann und warum funktionieren erlauben ein deutlich effektiveres und vor allem effizienteres Vorgehen. Und das ist nur eines von vielen Anwendungsbeispielen.

Ist Big Data nun die eierlegende Wollmilchsau der PR? Die Antwort ist: Nein. Daten liefern solide Wahrscheinlichkeiten als Basis weiteren Handelns, sind aber keine unfehlbare Allzweckwaffe. Manchmal sind richtige Entscheidungen rückblickend rational nicht nachvollziehbar – manchmal muss man sich einfach auf das altbewährte Bauchgefühl verlassen. Letzteres ist mit Sicherheit auch kein formvollendeter Erfolgsgarant – aber immerhin kostenlos.

 

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Der Blogger, das unbekannte Wesen – Tipps für Blogger-Relations

„Lass uns doch mal was mit Bloggern machen…“ – diesen und ähnliche Sätze hört man immer öfter in Unternehmen. Denn bei der Meinungsbildung im Netz spielen Blogger eine wichtige Rolle. Doch wer die neuen Meinungsmacher aktiv in seine Medienarbeit einbeziehen möchte, sollte ein paar Grundregeln beachten – damit die Blogger-Relations nicht zum „Beziehungsdrama“ werden.

Vor der Ansprache eines Bloggers heißt es beobachten und einlesen – Welcher Blogger passt zu meinem Unternehmen? Wer hat eine gute Reichweite in meiner Zielgruppe? Wer einen interessanten Blog über einige Zeit beobachtet und Beiträge, Themen und Kommentare verfolgt, bekommt schnell ein Gespür für die passenden Blogs. Viele Blogger haben auch eine Selbstbeschreibung auf ihren Seiten, in der sie ihre Motivation und Prinzipien offenbaren – Dort finden sich gelegentlich auch Hinweise zum Umgang mit Unternehmenskooperationen, die unbedingt beachtet werden sollten.

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Fortschrittliche Fahrwasser: WhatsApp als neues Kommunikationsinstrument für Unternehmen

Einfach. Persönlich. Nachrichtenaustausch in Echtzeit.“ Mit diesen drei Vorteilen wirbt der WhatsApp Messenger für sich auf seiner Homepage. Kostenlos und schnell können Nachrichten geschrieben sowie Videos und Bilder verschicken werden. Eigentlich die idealen Voraussetzungen für Unternehmen, um mit Kunden und auch Mitarbeitern in Kontakt zu treten – aber eignet sich die plattformübergreifende mobile Nachrichten App tatsächlich als Kommunikationsinstrument? Weiterlesen

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Sind Journalisten Social Media-Muffel?

Unternehmen erreichen die Zielgruppe Journalisten nur selten über Soziale Medien. So zumindest will das eine aktuelle Online-Umfrage („Mensch, Journalist!“ von Mount Barley Publishing) unter 470 Journalisten herausgefunden haben. Demnach ruft nur ein Drittel Facebook, Twitter und andere Dienste für berufliche Zwecke auf. Anders  der Ausschnittdienst Cision (Social Journalism-Studie 2014/15): In Deutschland nutzen demnach etwa 60 Prozent der Journalisten soziale Medien im Beruf und zwar hauptsächlich zur Recherche.

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Dürfen Behörden twittern?

Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Alfred Hagen Meyer auf dem meyer.food blog mit: Jein; auf jeden Fall nur im Rahmen ihrer sachlichen und örtlichen Zuständigkeit. Dies gilt auch und gerade ob der Geschwätzigkeit des Twitterns im „globalen Dorf“ (McLuhan). Die getwitterte Information kann schnell eine unkontrollierte, flächendeckende Eigendynamik entwickeln. Ein Drauflosschwadronieren, wie es Bürgern im Rahmen ihrer Meinungsfreiheit (aber auch nur in Grenzen) erlaubt ist, ist es Behörden noch lange nicht. Vor allem ist Zurückhaltung geboten im Zusammenhang mit Rückrufen einzelner Lebensmittelunternehmen (vgl. § 40 LFGB). Hier geht es zu seinem Beitrag.