Flughafen Ber - Wenn Kommunikation keine Chance hat

Flughafen BER – Wenn Kommunikation keine Chance hat

Zunächst war da ein Plan. Steigende Passagierzahlen, zwei Flughäfen, die zu eng und nicht ausbaufähig sind, eine Hauptstadt, die wächst und deren internationale Relevanz stärker wird. Ergo: Berlin braucht einen neuen, größeren, besseren Flughafen, damit die Welt das Berliner Machtzentrum auch als solches wahrnehmen – und vor allem: besser und schneller erreichen – kann. Gute Gründe, zugegeben. Auch wenn es viele Liebhaber des kuscheligen Flughafens in Tegel gab, konnten die Gründe durchaus überzeugen.

Den Startschuss gaben der Regierende Bürgermeister von Berlin, Brandenburgs Ministerpräsident und der Bundesverkehrsminister im Jahr 2006. Tolle Pläne, schöne Bilder, überschwängliche Reden. Was dann folgte waren Pleiten, Pech und Pannen. Kostenexplosion, Zeitverzögerungen, technische Mängel, Rügen von Genehmigern und Brandschützern, mangelnde Bauaufsicht. Die Liste ist unendlich und wurde an anderen Stellen intensivst erforscht… Warum es gerade mitten in der Corona-Pandemie plötzlich so schnell voran ging, konnte mir noch keiner so wirklich erklären.

Was leider noch dazu kam: eine absolut unzureichende, ja unsicht- und unhörbare Kommunikation.

Zahlreiche Pressesprecher verschlissen (ich zähle fünf, vielleicht auch ein paar mehr, man verliert ja leicht den Überblick bei einem solchen Großprojekt), manchmal gar keine Information, gefolgt von leeren Versprechen, zahlreichen Zusagen für einen Eröffnungstermin – natürlich alle wieder zurückgezogen –, falschen Aussagen und verschwiegenen Tatsachen. Keine leichte Aufgabe für die Kommunikationsabteilung. Und wenn mal ein Pressesprecher dafür warb, sich offen zu den Versäumnissen beim Bau zu bekennen, wurde er geschasst.*

Warum wir uns damit beschäftigen? Es hätte es eine Glanzleistung für die Kommunikation werden können: innovativer und architektonisch gelobter Bau, komplexe technische erklärungsbedürftige Zusammenhänge, berühmte Akteure, internationale Relevanz, Themen, Themen, Themen. Ein Eldorado für jeden Storyteller. Ein Großprojekt wie dieses erfordert eine konsequente, durchdachte Kommunikationsstrategie, die alle Kommunikationsebenen miteinschließt. Genehmigungs- und Baukommunikation, Dialog mit Stakeholdern und Bürgern, Technik- und Architektur-PR, Online- und Live-Kommunikation. Klassische Projektkommunikation. Und natürlich auch die Kommunikation in kritischen Situationen.

Fehler passieren in solchen Großprojekten und Zeitverzögerungen gibt es auch immer. Dafür hat man einen guten Krisenkommunikationsplan in der Schublade. Ich würde behaupten, dass es diesen sicher auch gab. Nur: Er kann nicht funktionieren, wenn die faktische Projektplanung versagt. Der Aufsichtsrat war mit Politikern besetzt, denen das Fachwissen fehlte. Und ein externes Controlling gab es nicht.

Ich habe neulich etwas von umgekehrtem Darwinismus gelesen: Große Investitionsprojekte erzeugen eine Situation, in denen sich Beteiligte gegenseitig in Kosten unterbieten und im Nutzen überbieten wollen. Baukonzerne und Architekten untertreiben Kosten, um eine Ausschreibung zu gewinnen. Oder ein Politiker will sich ein Denkmal bauen und legitimiert das Projekt gegenüber der Öffentlichkeit durch das Herunterspielen der Kosten. „Survival of the unfittest“ nennt der dänische Wirtschaftsgeograf Bent Flyvbjerg das.**

Wenn ein so gravierendes Governance-Problem auftritt, ist Kommunikation leider meist abgeschrieben. Schade. Denn das Projekt hätte es hergegeben. Und bei vielen anderen Beispielen zeigt sich, dass auch schwierige Situationen durch eine gute Kommunikation gerettet oder zumindest besser erklärt werden können. Manchmal hilft nur die Flucht nach vorn. Dann aber bitte nicht mit noch mehr unglaubwürdigen Ausreden und haltlosen Versprechen von einem weiteren Politiker.

Eine gut aufgebaute, positive Basiskommunikation und offener kontinuierlicher Dialog schaffen Akzeptanz und Verständnis. Für die Notwendigkeit eines solchen Vorhaben, für Beeinträchtigungen, sogar für hohe Budgets. Sie ist Grundvoraussetzung dafür, dass Projekte in dieser Dimension überhaupt umgesetzt werden können. Dann hört auch jemand zu, wenn man in eine kritische Situation gerät. Kommunikation ist immer Teil des Projekterfolgs. Das wissen wir nicht erst seit Stuttgart 21.

In diesem Fall ist das Kind leider schon sehr früh in den Brunnen gefallen. Eine transparente, ehrliche, offene Kommunikation von Anfang an? Fehlanzeige. Faktische Projektfehler waren dann auch mit Kommunikation nicht mehr zu erklären. Der Fisch stinkt vom Kopf, sagt man. Oder wie heißt es in Berlin? Egal. Vielleicht beim nächsten Mal.

In diesem Sinne: Guten Flug.

Diesen Beitrag finden Sie auch im aktuellen PR Magazin.

* https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/flughafen-berlin-brandenburg-ber-sprecher-gibt-zu-ehrliches-interview-und-fliegt-1.2943897

** https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/stuttgart-21-flughafen-ber-warum-grossprojekte-haeufig-zu-finanziellen-desastern-werden/23960406.html

Dagegenschießen Ja, Opferrolle Nein

Dagegenschießen Ja, Opferrolle Nein

Zur Frage der Haltung in der Krisenkommunikation

Die Möglichkeiten, mit denen Unternehmen auf Krisen reagieren können, sind vielschichtig. Eine Taktik, die einen in der Krisenkommunikation immer wieder begegnet, ist folgende: Das Unternehmen negiert, dass es eine Krise gibt und zeigt stattdessen mit dem Finger auf eine Stakeholder-Gruppe, die eine solche konstruieren will, um dem Unternehmen zu schaden. Die Wirecard AG hat dieses Spiel eine Zeit lang meisterhaft gespielt und den Journalisten der Financial Times vorgeworfen, mit falschen Vorwürfen die Aktienkurse des Unternehmens nachteilig negativ beeinflusst zu haben. Dies ging sogar so weit, dass auf Betreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Staatsanwaltschaft gegen die Journalisten Ermittlungen aufgenommen hatte. Der Verdacht: Gemeinsam mit Short-Sellern versuchen die Redakteure, Gewinne durch eine anhaltende Negativberichterstattung zu erzielen. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt: Nach Vorstandsmitglied Jan Marsalek wird mittlerweile mit einem weltweiten Haftbefehl gefahndet.

Hohes Risiko bei Gegenspielern mit hoher Glaubwürdigkeit

Auch wenn diese Form der Krisenkommunikation für Wirecard lange Zeit gut funktioniert hat, sollten Unternehmen äußerst vorsichtig sein, kategorisch jegliches Fehlverhalten von sich zu weisen und sich als Opfer einer Kampagne zu inszenieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Gegenspieler eine Einrichtung mit hoher Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit ist, wie z.B. die Stiftung Warentest oder auch renommierte Investigativ-Journalisten.

Südtirol vs. Münchener Umweltinstitut

Dieses Blame Game hat auch das Land Südtirol als Strategie gewählt. Die Kritik des Münchener Umweltinstituts am Pestizideinsatz im Apfelanbau wertet das Land als üble Nachrede – eine gewagte Strategie, denn für die NGO ist diese Form der Krisenkommunikation eine Steilvorlage: Längst lassen sich die Aktivisten mit zugeklebten Mündern ablichten und werten das Vorgehen Südtirols als Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Keine Frage: Unternehmen brauchen Haltung. Und Haltung bedeutet auch, nötigenfalls deutlich zu machen, dass man sich ungerecht behandelt fühlt. Ob und wie sehr man mit dieser (vermeintlichen) Opferrolle hausieren geht, muss aber gut überlegt sein. Ansonsten spielt sie nur der anderen Partei in die Hände. Deswegen muss am Anfang jeder strategischen Krisenkommunikation eine Situationsanalyse stehen und realistische Szenarien für den weiteren Krisenverlauf herausgearbeitet werden. Erst dann lässt sich sagen, ob es wirklich zielführend ist, dagegenzuschießen oder nicht doch ein deeskalierender, kooperativer Kurs zielführender ist.

ASP: Wie man sich kommunikativ auf Tierseuchen vorbereitet

Nach dem ASP-Fall in Brandenburg: Wie sich Unternehmen auf eine Ausbreitung der Seuche vorbereiten sollten

Die Tierseuche Afrikanische Schweinepest (ASP) in heimischen Tierbeständen ist ein Horrorszenario der deutschen Fleischwirtschaft. Seit 10. September ist klar: Nachdem die Erkrankung bei einem toten Wildschwein in Brandenburg festgestellt worden ist, ist die Seuche auch in Deutschland angekommen. Der wirtschaftliche Schaden, den eine solch hochinfektiöse Tierseuche in Unternehmen verursachen kann, wäre kaum zu beziffern. Auch die kommunikativen Herausforderungen sind enorm. Gleichzeitig müssen die Unternehmen mit den Anfragen und dem Informationsbedarf des Handels, der Lieferanten, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit jonglieren. Bedeutet: Jetzt gilt es, sich im Rahmen der Krisenprävention auf den Ernstfall und eine weitere Ausbreitung der Schweinepest vorzubereiten.

  • Für die unterschiedlichen Zielgruppen müssen reaktive Statements für verschiedene Kommunikationskanäle (u.a. Website, Social Media, Aushänge, Schreiben an Geschäftspartner etc.) und Fragen & Antworten erstellt werden, die über den aktuellen Sachstand informieren.
  • Auch wenn der Kern der Botschaft für jede Zielgruppe identisch sein muss, ist die Aufbereitung der Inhalte individuell unterschiedlich. Ein Fachjournalist beispielsweise verfügt über ein anderes Vorwissen als der Redakteur einer Tageszeitung. Und der Handel verlangt andere Informationen als die breite Öffentlichkeit
  • Insbesondere für die Kommunikation mit dem Verbraucher bzw. dem Kunden an der Bedientheke gilt: Für Sie mag es keine Rede wert sein, dass ASP nicht auf Menschen überspringt, aber viele Endkunden sind sich dessen gar nicht bewusst. Vermeiden Sie daher zum einen eine technische Sprache voller Fachbegriffe. Diese sind Ihren Adressaten vielleicht gar nicht bekannt. Zum anderen beschreiben Sie Ihre präventiven Maßnahmen sehr anschaulich und verständlich. Das schafft Vertrauen.
  • Als Unternehmen sollten Sie nur dann aktiv medial Stellung beziehen, wenn Ihr Unternehmen tatsächlich im Fokus steht. Generische Anfragen können Branchenverbände dezidiert beantworten, das müssen Sie nicht tun.

Erst Check der Krisenprävention, dann Maßnahmen

Wie kann Sie Engel & Zimmermann unterstützen und einen möglichen Imageschaden minimieren helfen? Gemeinsam mit Ihnen besprechen wir Ihre individuelle Situation und den Status Ihrer Krisenprävention. Daraus ergibt sich in der Regel ein Bild von der Gefährdungslage Ihres Unternehmens unter kommunikativen Gesichtspunkten. Anschließend übernehmen wir die zielgruppengerechte Texterstellung. Das ist häufig der wichtigste Baustein beim kommunikativen Umgang mit Tierseuchen.

Gerne stehen wir Ihnen für ein unverbindliches Telefonat unter der 089-893 56 33 zur Verfügung. Ansprechpartner: Dr. Matthias Glötzner. E-Mail: info@engel-zimmermann.de; Stichwort Tierseuchen.

Expertenbefragung zu internationaler Krisenkommunikation

Expertenbefragung zu internationaler Krisenkommunikation: Grenzübergreifende Kommunikationskrisen von Unternehmen in Europa kaum trainiert

Insbesondere Themen aus dem Gesundheitswesen und dem Finanzsektor werden für die internationale Krisenkommunikation in den nächsten fünf Jahren deutlich relevanter. Dies ergibt eine Experten-Befragung des Crisis Communications Network Europe (CCNE), an der sich fünfzehn Krisenberater aus allen neun CNNE-Mitgliedsländern im Juli 2020 beteiligt haben. Rund drei Viertel attestieren dem Gesundheitswesen das größte Krisenpotential mit Blick auf die kommenden Jahre, gefolgt vom Finanzwesen. Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass in nahezu allen Ländern die Frage nach der Qualität des Gesundheitswesens neu gestellt wurde und Defizite offengelegt wurden – von der Finanzierung von Krankenhäusern und der Behandlungsqualität bis hin zur Bevorratung von Medikamenten. Die öffentliche Aufmerksamkeit wird noch lange Zeit auf allen Akteuren im Healthcare-Bereich liegen. Damit geht in der Regel auch eine besondere Krisenanfälligkeit einher. Auf dem dritten Platz liegen die Lebensmittelwirtschaft und die Agrarindustrie.

Stark steigende Bedeutung von Mitarbeitern für Krisenverläufe erwartet

Gefragt nach den Akteuren, die Krisendynamiken in den kommenden Jahren beeinflussen, gehen knapp drei Viertel der Berater davon aus, dass der Einfluss einzelner Mitarbeiter steigen wird. Während auch einzelne Verbraucher für Krisendynamiken laut dieser Erhebung noch relevanter werden, erwarten die CCNE-Mitglieder nicht, dass der Einfluss von NGOs sich signifikant abschwächen oder steigen wird. Als wichtigsten Grund für diese hohen Werte sehen die Berater, dass die Digitalisierung nicht nur jeden Einzelnen zum potenziellen Multiplikator macht, sondern sich der Einzelne seiner Bedeutung in der Krise auch zunehmend bewusst wird. Hinzu kommt, dass Fake News Kampagnen in naher Zukunft nicht nur politisch sein werden, sondern sich gezielt gegen Unternehmen richten. Einzelne können also Krisen auslösen, ohne dass überhaupt ein konkretes Ereignis oder ein echtes Fehlverhalten eines Unternehmens vorliegt. Dies geht in einer stark fragmentierten Gesellschaft, wie sie derzeit in allen europäischen Ländern anzutreffen ist, besonders leicht. Einig sind sich die CCNE-Mitglieder auch in der Einschätzung, dass die interne Kommunikation in der Krise zu wenig Beachtung erfährt und unbedingt höchste Priorität erhalten muss.

Issue-Monitoring und Krisenevaluation meist genutzte Präventionsinstrumente für Kommunikationskrisen in Europa

Obwohl unbestritten ist, dass die Digitalisierung weiter auf dem Vormarsch ist, haben viele der beratenen Unternehmen im Krisenmanagement noch nicht die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen. Mehr als die Hälfte der beratenen Unternehmen nutzen keine digitale Krisen-App, sondern vertrauen auf das klassische Krisenhandbuch. Über dieses verfügt jedes zwei Unternehmen, ähnlich verhält es sich mit dem Issue-Monitoring.

Verbesserungsbedarf legt die Umfrage in der Vorbereitung auf internationale Krisen offen. Lediglich ein Fünftel der Befragten gab an, dass die von ihnen beratenen Unternehmen bereits für grenzüberschreitende Krisen ausreichend vorbereitet sind. Die Bereitschaft, solche Szenarien zu trainieren und Präventionsprozesse aufzusetzen, ist bei den Unternehmen geringer ausgeprägt es als nötig wäre.

Die größte Herausforderung in grenzüberschreitenden Krisen sind kulturelle sowie rechtliche Unterschiede und Sprachbarrieren. Im Netzwerk beobachten wir immer wieder, dass in jedem Land unterschiedliche Branchen besonders krisenanfällig sind. Beispielsweise wird die Lebensmittelwirtschaft in Großbritannien und den Niederlanden lange nicht so kritisch begleitet, wie es in Deutschland der Fall ist“, sagt Dr. Matthias Glötzner (Leiter Beratung). „Und genau hier – am Bewusstsein, dass es kulturelle und mediale Unterschiede gibt – setzt das CCNE an. Durch das Netzwerk können wir insbesondere Sprach- und Kulturbarrieren umgehen und über Partner besser als je zuvor komplexe internationale Krisenmandate abdecken.

Über die Umfrage:

Im Rahmen einer Online-Umfrage wurden die Beratungen aller neun Mitgliedsländer zur Krisenkommunikation befragt. Sie repräsentieren rund 500 Beratungskunden. Insgesamt 15 Experten für Krisenkommunikation haben sich an der Erhebung beteiligt. Die Umfragen fand im Zeitraum 17. Juni bis 06. Juli 2020 statt.

Krisensicher?

In Zeiten der Digitalisierung mit neuen Kommunikationsformen in Echtzeit sind Maßnahmen der Krisenprävention und -kommunikation für Unternehmen wichtiger als je zuvor. Viele Firmen sind auf dem Gebiet nur unzureichend aufgestellt. Engel & Zimmermann hat ein Tool entwickelt, das offenlegt, wo konkreter Handlungsbedarf im Krisenmanagement besteht und wie potentielle Lücken geschlossen werden können.

Eine zeitnahe und gute Krisenkommunikation war nie so bedeutsam wie heute: Das Krisenpotential für Firmen steigt stetig, kaum eine Branche ist immun dagegen. Dass Unternehmen schneller von einer Krise betroffen sein können, als sie denken, ist den meisten nicht bewusst.

Krisenpotenzial liegt allmählich bei 100 Prozent

Die Zahl der Krisen ist in den letzten 30 Jahren um fast 75 Prozent gewachsen.* Heute geht die Wahrscheinlichkeit für Firmen, mit einer Krise konfrontiert zu sein, auf 100 Prozent zu – eingeschlossen den kommunikativen Herausforderungen.** Durch die gesellschaftliche Schnelllebigkeit, die Digitalisierung mit neuen Kommunikationsformen in Echtzeit sowie dem wirtschaftlichen Druck für Organisationen auf allen Ebenen, steigt die Wahrscheinlichkeit stetig.

Krisengründe sind vielseitig

Eine Krise kann viele Ursachen haben. Sie kann hausgemacht oder fremdbestimmt sein, von der Konkurrenz subtil gesteuert oder medial gehypt werden. Welche Natur eine Krise auch immer hat, welche medialen Wellen sie schlagen mag – ohne entsprechende Vorbereitung ist ein Unternehmen ihr meistens hilflos ausgeliefert.

Krisenfolgen sind gravierend

Viele Firmen wenden sich erst im Krisenfall an Kommunikationsexperten – dann, wenn das Ausmaß der Krise oftmals größer ist, als es sein müsste und wertvolle Zeit für die richtige erste Botschaft an die Öffentlichkeit bereits verschenkt wurde. Die Folge kann ein erheblicher Unternehmensschaden sein, der durch eine umfassende Krisenprävention verringert oder verhindert werden könnte. Eine schlecht gemanagte und ebenso nach außen vertretene Krise kann ein Unternehmen nachhaltig in den Abgrund stürzen.

Krisenprävention ist ein Must-have

Besonders wichtig für eine zielführende Krisenkommunikation ist die Vorbereitung. Durch entsprechende präventive Maßnahmen, lassen sich Krisen zwar nicht verhindern, aber sie werden beherrschbar. Wer sich früh mit den Krisenpotenzialen beschäftigt, schafft eine gute Basis für die Krisensituation selbst und kann sich darüber hinaus ein aufschlussreiches Bild der eigenen internen Prozesse machen.

Krisen-Schnell-Check

Engel & Zimmermann hat ein Tool für Unternehmen entwickelt, das offenlegt, wo Handlungsbedarf im Krisenmanagement besteht und wie potenzielle Lücken geschlossen werden können. Mit dem Tool erhalten Interessierte Einblicke, welche Maßnahmen es gibt, sich für den Ernstfall vorzubereiten und wie gut bzw. unzureichend sie momentan aufgestellt sind.

Jetzt Krisenpotenzial checken: Krisen-Schnell-Check.

 

*Forthmann J., Heintze R. (2015). Vordenker in der Krisenkommunikation. Norderstedt: Books on Demand. S. 6

**Fiederer S., Ternès, A. (2017). Effiziente Krisenkommunikation – transparent und authentisch. Wiesbaden: Springer Fachmedien. S. 1

Beitragsbild-Blog

Über das wachsende Misstrauen gegen die Medien oder wie Pressesprecher und PR-Berater zum Gladiator – äähhh – Mediator werden

Krisenkommunikationsgipfel in München: Im Zentrum der Veranstaltung stand das Thema „Vertrauensmanagement“ und welche Strategien Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen zur Bewältigung schwieriger Kommunikationssituationen entwickelt haben.

Zwischen „Dieselgate“ und „Lügenpresse“

Wie zerrüttet ist das Verhältnis zwischen Massen und Medien? Wie gewinnt ein Unternehmen verloren gegangenes Vertrauen zurück? Und welche Rolle spielt darin der Umgang mit Journalisten? Diese und andere Fragen diskutierten neben der Gastgeberin des Krisenkommunikationsgipfels Romy Fröhlich, Professorin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU, Vertreter aus Wirtschaft, Journalismus, dem deutschen Presserat und der Kommunikationsforschung und kamen zu dem Ergebnis: In Krisensituationen können Journalisten wichtigster Verbündeter oder Angstgegner sein. Weiterlesen

Beitragsbild-Blog

Die „Krise“ ist allgegenwärtig – oder etwa nicht?

Ganz gleich, welchen Mediums – off- oder online – man sich in jüngster Zeit bedient: Die „Krise“ scheint allgegenwärtig: Ukraine-Krise, Euro-Krise, Griechenland-Krise – selbst Fußballvereine wie Chelsea und Mönchengladbach stecken offensichtlich in der Krise. Sogar die Menschen, die momentan nach Europa kommen, weil sie in der Heimat keine Perspektive haben, fallen unter dem Begriff „Flüchtlings-Krise“ dem inflationären Gebrauch dieses Worts zum Opfer.

Liegt das etwa an uns Deutschen? Sind wir ein Volk von Pessimisten und Bedenkenträgern, die ständig in Sorge leben (müssen)? Glauben mag ich das nicht – vor allem nicht, wenn ich sehe, wie engagiert viele Menschen hierzulande – darunter zahlreiche freiwillige Helfer –  daran arbeiten, die ankommenden Flüchtlinge zu betreuen. Dafür gebührt ihnen großer Respekt und Dank. Weiterlesen

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Vertrauen durch Dialog: Wie die Daunenbranche mit Kritik umgeht

In zahlreichen Bereichen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft nehmen die Aktivitäten von Interessensgruppen, allgemein NGOs genannt, zu. Gerade in der Lebensmittelindustrie und damit verbundenen Branchen sind Tierschutzorganisationen sehr aktiv. Das betrifft mittlerweile auch die Outdoor-Industrie, die hochwertige Textilien herstellt und auf den ersten Blick ein atypisches Ziel für NGO-Kritik darstellt. Auf den zweiten Blick gibt es allerdings sehr wohl eine Verbindung zur Massentierhaltung: Daunen, die zur Füllung hochwertiger wärmender Jacken, Schlafsäcke und Bettdecken verwendet werden. Als natürliches Füllmaterial, das seit Jahrhunderten Verwendung findet, mag die Daune wenig Angriffsfläche bieten. Doch bezieht sich die Kritik der Tierschützer weniger auf den Rohstoff an sich – dessen isolierende Eigenschaften noch keine Kunstfaser bislang erreichen konnte – sondern dessen Gewinnung sowie auf die Haltung von Enten und Gänsen. Die Daunenbranche fühlte sich missverstanden, zumal Daunen ein Nebenprodukt darstellen, das nur einen geringen Teil des Werts eines Tieres ausmacht.

Die Lösung: Begleitet von Engel & Zimmermann entschlossen sich elf führende Daunenlieferanten, verstärkt den Kontakt mit Outdoor-Firmen und NGOs zu suchen, um offen über die strittigen Themen zu sprechen. Dazu gehörte auch die Mitarbeit an einem völlig neuen, weltweiten Daunenstandard, der gemeinsam entwickelt wurde. Die Vorteile: Die Daunenbranche konnte trotz bestehender Differenzen Vertrauen und Verständnis aufbauen. Verbraucher und NGOs wiederum erkennen, dass alle Beteiligten sich für eine Verbesserung des Tierwohls einsetzen. Der angestoßene Prozess wird sich über mehrere Jahre erstrecken und ist ein Beispiel, wie eine Branche Kritik von außen positiv aufnehmen kann.

 

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Rettung vor dem Pranger

Geraten Marken in die öffentliche Kritik, kann das für Unternehmen zur Existenzfrage werden. Professionelle Vorsorge  ist die beste Strategie. Unser Vorstandsmitglied Sybille Geitel im Interview mit der WamS.

 

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Keine Krise ist wie die andere – üben kann man trotzdem!

Ein Produkt ist durch einen Fremdkörper verunreinigt, in Abstimmung mit den Behörden wird ein Rückruf veranlasst, vor dem Werkstor warten bereits Journalisten: Szenarien wie diese wünscht sich kein Unternehmen – doch niemand wird ernsthaft behaupten: „Bei uns kann das nicht passieren!“. Wir schulen unsere Kunden seit vielen Jahren, um sie bestmöglich auf den Krisenfall vorzubereiten. Genau zu diesem Zweck war ich vor Kurzem bei unserem Kunden Bedford in Osnabrück.

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