TV-Berichterstattung in der Lebensmittelbranche: Die Frage nach der ‚richtigen‘ Ernährung wird immer wichtiger

Engel & Zimmermann AG wertet 655 TV-Beiträge aus dem Jahr 2017 aus / Handel und Gesamtbranche in der Kritik / Obst und Gemüse an der Spitze – erstmals vor Fleisch / Herkunft rückt zunehmend in den Fokus / Aufreger-Thema Nummer eins: Verbrauchertäuschung

Ob „Bio-Fleisch aus quälerischer Tierhaltung“, „Die Lüge von der gesunden Ernährung“ oder „Von wegen Angebot – Welche Tricks Lebensmittelhändler anwenden“: Formulierungen wie diese lassen nicht nur bereits im Titel auf eine negative Tonalität schließen. Sie stehen exemplarisch auch für drei der Themen, die die TV-Medien – und damit auch die Öffentlichkeit – im vergangenen Jahr am häufigsten beschäftigt haben: die Herkunft von Lebensmitteln, Gesundheitsaspekte und Verbrauchertäuschung. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Engel & Zimmermann AG, Unternehmensberatung für Kommunikation, die bereits zum vierten Mal in Folge die TV-Berichterstattung in der Lebensmittelbranche untersucht hat. Dabei wurden 2017 insgesamt 655 Sendungen erfasst und ausgewertet.

Weiterlesen

Wann ist „fruchtig“ fruchtig genug? Kennzeichnung, Irreführung und Health Claims auf Produkten

52% Fruchtanteil in einer Grütze klingt erst einmal gut. Das klingt nach vielen leckeren Beeren und Kirschen. Extra fruchtig eben. Aber wenn Sie wüssten, dass eine Grütze laut Gesetz ohnehin mindestens 50 Prozent Fruchtanteil enthalten muss? Dann klingen 52% eher nach Sparflamme. Das dachten sich auch die Mitbewerber des Grütze-Herstellers, sahen eine Irreführung des Verbrauchers und veranlassten prompt eine Unterlassungsklage. Die beklagte Firma sollte den Zusatz „extra fruchtig“ von der Verpackung streichen.

Mit diesen und ähnlichen Fällen beschäftigen sich Gerichte tagtäglich, denn das Lebensmittelrecht ist – gelinde gesagt – komplex. Und noch komplexer wird es dann, wenn Lebensmittelhersteller ihre Produkte bewerben und fleißig die Werbe-Trommel rühren. Grundsätzlich gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter. Aber im hart umkämpften Lebensmittelmarkt schläft die Konkurrenz nicht und im Zweifel lässt man es eben auf ein Gerichtsverfahren ankommen. Aber nicht nur die Mitbewerber, auch Verbraucher schauen den Herstellern inzwischen genau auf die Finger bzw. die Verpackung und nutzen Portale wie lebensmittelklarheit.de als Plattform.

Eine naturgetreue Fruchtabbildung obwohl das Produkt keine Frucht enthält?  Eine „Frische-Garantie“ bei einem Produkt, das knapp einen Monat haltbar ist? Oder ein idyllischer Fachwerk-Bauernhof auf einem Eierkarton aus industrieller Massenerzeugung? Alles Fälle, in denen Gerichte Irreführungen und Gesetzesverletzungen sahen. Wie überall in der Rechtsprechung kommt es natürlich immer auf den Einzelfall an und pauschale Aussagen sind schwer zu treffen. Fakt ist aber, dass eine einwandfreie Kennzeichnung und eine gewisse Sensibilität bei der Packungsgestaltung und in der Kommunikation immer wichtiger werden.

Glücklich, wer sich auf eine eindeutige Rechtslage beziehen kann – für viele Produkte gibt die Deutsche Lebensmittelbuchkommission (DLMBK) eindeutig vor, was in welcher Menge enthalten sein darf.

Aber was ist mit Health Claims wie „cholesterinfrei“? Die EU wäre nicht die EU, wenn es nicht auch dafür Richtlinien geben würde: die EU-Verordnung Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel. Sperriger Name aber dennoch eine nützliche Verordnung, die (auch online unter http://ec.europa.eu/food/safety/labelling_nutrition/claims/register/public/?event=register.home) einen genauen Überblick darüber bietet, welche Aussagen erlaubt sind und welche nicht. Falls einmal Unsicherheiten bestehen, hilft die Liste gut weiter. Das gilt auch für die Kriterien der Food Standards Agency (FSA), die wertvolle Hinweise zu Aussagen wie „frisch“, „traditionell“ und „natürlich“ liefert.

Übrigens wurde der Grütze-Fall zugunsten des Herstellers entschieden: „Extra fruchtig“ könne nicht ausschließlich auf die Menge an verwendeten Früchten bezogen werden, sondern steht auch für einen besonders fruchtigen Geschmack bzw. die Verwendung von außergewöhnlich vielen ganzen Früchten.

Der Spiegel kennt die Formel der gesunden Ernährung – neu ist sie nicht

Zu einem gelungenen Wochenende trägt für mich auch immer eine gemütliche Auszeit auf der Couch mit der aktuellen Ausgabe des SPIEGELS bei. Diesen Samstag war die Lektüre des Mediums allerdings weder Quell der Freude noch intellektueller Anregung, sondern Grund für großen Unmut meinerseits. Die Titelgeschichte versprach Erhellendes zum Thema „So schmeckt die Zukunft“. Die Zusammenfassung liest sich folgendermaßen: „Das moderne Essen macht krank. Mit ultraverarbeiteten Lebensmitteln verführt uns die Industrie, mehr zu verzehren, als uns guttut. Doch Abnehmen ist möglich. Forscher kennen das Rezept, wie man sich einfach und gut ernähren kann.“

 

Weiterlesen

TV-Berichterstattung in der Lebensmittelbranche: Jede dritte Sendung bereits im Titel tendenziell kritisch

Engel & Zimmermann AG wertet rund 500 TV-Beiträge aus dem Jahr 2016 aus / Öffentlich-rechtliche Sender titeln besonders kritisch / Top-Themen: Qualitätschecks, kritische Inhaltsstoffe und Gesundheitsaspekte

Die Fleischbranche steht unverändert am häufigsten im Fokus der TV-Berichterstattung; viele Sender machen in der Programmankündigung mit reißerischen Titeln auf, die auf eine negative Tendenz schließen lassen; öffentlich-rechtliche Sender sind der Haupttreiber bei der kritischen Berichterstattung über die Lebensmittelbranche. So lauten drei der wichtigsten Ergebnisse einer Untersuchung der Engel & Zimmermann AG, Unternehmensberatung für Kommunikation, die auch für das Jahr 2016 wieder die Fernsehberichterstattung über Lebensmittel untersucht hat. Von den insgesamt 498 erfassten TV-Sendungen liefen 419 auf öffentlich-rechtlichen und 79 auf privaten Kanälen. Auffällig: Insgesamt ließ fast ein Drittel (144) aller erfassten Beiträge bereits im Titel eine negative inhaltliche Tendenz vermuten.

Weiterlesen

Beitragsbild-Blog

Himbeereis zum Frühstück – oder warum sicher so schnell keine Heuschrecke in unserer Müslischüssel landet

Morgens halb acht in Deutschland: Höchste Zeit für die erste Mahlzeit des Tages. Unsere Favoriten sind dabei Brötchen oder Brot, ein weich oder hart gekochtes Frühstücksei, Erdbeer- oder Kirschmarmelade, Honig, zwei bis drei Sorten Käse, Schinken und Wurst sowie ein Früchtejoghurt.

Ganz anders z.B. in Asien, wie ich selbst bei meiner letzten Reise erfahren durfte. Hier geben Nasi Lemak (Reis mit Chilisoße), Porridge mit getrocknetem Fisch oder Roti Channai (pfannkuchenartiges Fladenbrot) mit einem feurigen, indischen Curry die nötige Energie für den Start in den Tag. Wirklich lecker – allerdings wollten die meisten europäischen Gäste dies ihren morgenflauen Mägen nicht zumuten und griffen am Hotelbuffet zum vertrauten Croissant.

Aber warum ist das so? Was ist verantwortlich für unsere Geschmacksvorlieben? Weiterlesen

Beitragsbild-Blog

Ich esse, also bin ich – von der neuen Bedeutung der „Ethik des Schinkenbrotes“

Nachhaltig soll es sein, am liebsten auch noch regional, am besten ebenfalls saisonal. Unsere Ansprüche an unsere Nahrungsmittel steigen stetig – fast so, als würde unser Essen einen Funktionswandel erleben. Ist das wirklich so oder ist die vielfach ausgerufene Ernährungswende nur eine Modeerscheinung?

Erhellende, kurzweilige und konfrontative Beiträge zu dieser Frage hat der Zukunftsdialog der ZEIT und der agrarzeitung geliefert: Zum zweiten Mal diskutierten in der Berliner Kalkscheune Persönlichkeiten aus Politik, Industrie und NGOs mit Spitzenvertretern der Agrarbranche. Weiterlesen

Beitragsbild-Blog

Wie Unternehmen von NGOs profitieren können

In einem aktuellen Artikel setzt SZ-Redakteurin Silvia Liebrich sich mit dem Zusammenspiel von Unternehmen und NGOs auseinander. Als Beispiel aus der Praxis führt sie die jüngste Maßnahme von Aldi auf: Der Discounter will auf giftige Chemikalien in Textilien und Schuhen verzichten – und verbündet sich dafür mit Greenpeace. Dass es aus PR-Sicht Sinn macht, mit NGOs zu kooperieren, sagt auch unser Vorstand Frank Schroedter. Sein Zitat lesen Sie im vollständigen Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 31.03.15.