Gemeinsam ins Tun kommen: Biodiversität in der internen Unternehmenskommunikation
Biodiversität in der internen Unternehmenskommunikation
Mehr als die Hälfte aller Produkte und Dienstleistungen weltweit hängen direkt von der Natur ab. Entsprechend basiert auch die Hälfte des weltweiten BIP, also rund 56,9 Billionen US-Dollar auf intakten Ökosystemen. Ohne Bienen keine Lebensmittel. Ohne Wälder kein sauberes Wasser. Ohne gesunde Böden keine Rohstoffe. Wenn die natürlichen Systeme schwächeln, wird es für Unternehmen schnell teuer und kompliziert. Wertschöpfung verliert an Resilienz, Lieferketten werden instabil, Kosten steigen.
„Natur ist ein Kapital, von dem Menschen leben – sie muss daher bewahrt werden. Nicht nur der Natur zuliebe, sondern auch aufgrund des wirtschaftlichen Wertes, den sie den Menschen zur Verfügung stellt.“
Prof. Volker Mosbrugger, Generaldirektor, Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung
Und die Wahrheit ist: Um die Biodiversität steht es derzeit schlecht. Laut Wissenschaft befinden wir uns mitten im sechsten Massensterben der Erdgeschichte. Auch das Weltwirtschaftsforum stuft den Verlust biologischer Vielfalt als eines der größten globalen Risiken für die Wirtschaft ein. Zudem zählt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in dem Modell der Planetaren Grenzen die Biodiversität als einen der neuen überschrittenen Bereiche.
Es geht also um weit mehr, als Bäume zu umarmen. Es geht um die ökonomische Überlebensfähigkeit, Risikomanagement und die Chance, moderne Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Doch vielen Unternehmen fällt es schwer, das Thema anzugehen. Häufig fehlt das nötige Know-how, da Biodiversität im globalen Kontext in Bezug auf das eigene Unternehmen wenig greifbar ist. Um ein gemeinsames Verständnis aufzubauen, was Biodiversität konkret bedeutet und welche Rolle sie in der täglichen Arbeit spielt, müssen die eigenen Führungskräfte wie auch Mitarbeitenden für das Thema sensibilisiert werden. Erst auf dieser Wissensbasis können unternehmerische Entscheidungen getroffen werden, die biodiversitätsfördernd in der Wertschöpfungskette wirken und langfristig stabile wirtschaftliche Bedingungen schaffen. Der erste Schritt ist daher: Kommunikation.
Interne Kommunikation als Teil der Lösung
Die Problematik der Biodiversität lässt sich nicht direkt in Strategien übersetzen, wenn an den entscheidenden Stellen im Unternehmen das notwendige Wissen fehlt. Folglich braucht es im ersten Schritt ein klares Konzept für die interne Kommunikation, wenn Biodiversität Teil des wirtschaftlichen Denkens werden soll.
Ein Werkzeugkasten für interne Kommunikation zum Thema Biodiversität kann helfen, alle Mitarbeitenden mitzunehmen und als Beispiel dienen, die Thematik anzugehen:
Werkzeugkasten 
- Bewusstsein schaffen: Regelmäßig in Newslettern oder im Intranet darüber informieren, wie wichtig Biodiversität ist, und wie stark das Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette davon abhängig ist.
- Organisation von Workshops: Vorträge und Ausflüge können Wissen gezielt vertiefen.
- Wissenschaftliche Beratung: Passende Methoden erhalten, um die Biodiversität innerhalb der eigenen Lieferketten zu erfassen.
- Rollen definieren: In jedem Team Biodiversitäts- oder Nachhaltigkeitsbeauftragte festlegen, die Impulse geben und Fortschritte kommunizieren.
- Strukturen einbetten: Biodiversität fest in Teamziele, Lieferantenanforderungen, Einkaufspolitik und Managementprozesse integrieren.
- Dialog fördern: Mitarbeitende aktiv einbeziehen, beispielsweise mit Ideenwettbewerben, Workshops oder Feedback-Formaten.
- Last but not least – Erfolge feiern: Kleine Fortschritte durch kontinuierliche interne Kommunikation sichtbar machen.
Ziel ist, dass alle im Unternehmen verstehen, wie sehr das eigene Handeln mit der Natur verbunden ist und das unabhängig von Position oder Abteilung
Aufbau & Möglichkeiten einer internen Kommunikationsstrategie
Eine wirksame Kommunikationsstrategie verbindet Transparenz, Beteiligung und Glaubwürdigkeit. Sie zeigt nicht nur, was das Unternehmen tut, sondern warum es das tut und schließlich welchen Mehrwert Biodiversität für Mitarbeitende, die eigenen Kunden und die Gesellschaft hat.
Schritte für den Aufbau:
- Bestandsaufnahme: Wo beeinflusst das Unternehmen Biodiversität direkt oder indirekt – von den Rohstoffen, über Verpackung bis hin zum Wasserverbrauch am eigenen Standort?
- Ziele definieren: Klare Biodiversitätsziele z. B. zum Schutz von Boden, Wasser und Lebensräumen festlegen.
- Kommunikationskanäle festlegen: Was sind geeignete interne Kanäle wie Führungskräfte-Meetings, Schulungen oder Storytelling-Format?
- Transparenz leben: Fortschritte und Herausforderungen offen teilen z.B. über Nachhaltigkeitsberichte.
- Verankerung sichern: Biodiversität sollte Teil der Unternehmenswerte werden.
- Biodiversität erfahrbar machen: Mit Hilfe der Kommunikation von Wissen und Erfahrungen oder in Form von Ausflügen.
So entsteht aus Kommunikation Handlungsenergie. Sie motiviert Mitarbeitende, Verantwortung zu übernehmen und selbst Teil der Lösung zu werden.
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