Betriebsärzte als Impfärzte

Betriebsärzte als Impfärzte? – Herausforderungen für die Krisenkommunikation

Ausgangsbeschränkungen, Impfstrategie, Inzidenzwerte – die Corona-Pandemie zerrt an den Nerven der Menschen. Das Krisenmanagement und die Krisenkommunikation der Bundesregierung ist umstritten, während sich die Fallzahlen negativ entwickeln. Die ganze Hoffnung ruht darauf, die Impf-Geschwindigkeit in den nächsten Wochen deutlich zu erhöhen. Im Rahmen der bundesweiten Impfstrategie sieht das Gesundheitsministerium explizit die Einbindung der Betriebsmedizin vor, indem diese an die örtlichen Impfzentren angegliedert und den Unternehmen Impfstoff zugeteilt wird. Bereits jetzt stehen viele Unternehmen in Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt, um einen möglichen Impfstart im Betrieb vorzubereiten.  

Besonderes Augenmerk auf interner Kommunikation

Aus kommunikativer Sicht ist das Thema heikel, da die gesellschaftlichen Diskussionen rund um die Impfstrategie sich ins Unternehmen verlagern werden, sobald betriebsärztliche Impfungen spruchreif sind. Aus diesem Grund muss die kommunikative Begleitung parallel zur organisatorischen Umsetzung geplant und vorbereitet werden. Zentral ist dabei das Thema interne Kommunikation. Insbesondere müssen dabei die Ängste und Bedenken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fokus stehen.  

Dazu gehören folgende Themen, die im Rahmen eines Q&A abgedeckt werden sollten: 

  • Erfährt mein Arbeitgeber, ob ich mich impfen lasse und habe ich beruflichNachteile zu befürchten, wenn ich mich dagegen entscheide? 
  • Muss ich meinem Arbeitgeber Informationen über Erkrankungen mitteilen, damit intern nach Risikogruppen priorisiert werden kann? 
  • Wer legt die Impfreihenfolge mit welchen Kriterien fest, wenn nicht genügend Impfstoff für alle da ist? Wird intern ggf. nach „Wichtigkeit“ priorisiert oder werden bestimmte Personen / Gruppen begünstigt? 
  • Ich will mich impfen lassen, aber nicht mit AstraZeneca. Kann ich einen anderen Impfstoff bekommen? 

Umgang mit Impf- und Corona-Skeptikern klären 

Die Antworten auf solche Fragen müssen mit Betriebsmedizin und Personalabteilung unbedingt im Vorfeld geklärt sein. Unternehmen tun ebenfalls gut daran, ihre Führungskräfte für eine sensible Kommunikation in diesem Punkt zu schulen. Kritisch könnte aus kommunikativer Sicht werden, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genötigt fühlen, sich impfen zu lassen, obwohl sie es eigentlich nicht wollen. Auch ist mit Widerstand von denjenigen zu rechnen, welche die Existenz des Virus bestreiten oder davon ausgehen, dass die Risiken übertrieben dargestellt werden. Fallstricke gibt es auch in der externen Kommunikation, u.a. dann, wenn es Abweichungen von der Impf-Reihenfolge gegeben haben sollte.  

Die kommunikativen Herausforderungen sind also enorm. Sprechen Sie uns gerne an. Engel & Zimmermann verfügt über jahrelange Erfahrung in Bereich der systematischen Krisenprävention und der Krisenkommunikation