Medienlandschaft reloaded… …oder warum Print-Medien auch in zehn Jahren eine Daseinsberechtigung haben und der Robotorjournalismus noch in den Kinderschuhen steckt

Es ist wohl die Nachricht im Sommerloch: Printmedien haben eine Zukunft! Mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) glaubt, dass in zehn Jahren klassische Printprodukte noch eine Relevanz haben werden – dies ergab die repräsentative Studie „New Storytelling“*. Ganz Hoch im Kurs stehen die Tages- und Wochenzeitungen sowie Fachmagazin mit 52 Prozent, danach folgt die lokale Zeitung mit 40 Prozent. Magere neun Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Printprodukte keine Rolle spielen werden.

Was heißt das nun für meine Kommunikation als mittelständisches Unternehmen?  Alles zurück auf Anfang mit der Digitalisierung? Nein, denn jedes Unternehmen hat verschiedene Zielgruppen und jede Zielgruppe nutzt nicht nur einen Kanal zur Information. Diese Studie ist eine Momentaufnahme und verdeutlicht, dass wahrscheinlich nicht jeder Bürger ein Fan der fortschreitenden Digitalisierung ist und auch künftig an altbewährten Printformaten festhalten möchte. Nicht jeder ist Influencer und Blogger und benutzt Facebook, Twitter & Co. Auch in zehn Jahren wird es Menschen geben, die beim Wochenendfrühstück genüsslich in einer Printzeitung blättern wollen, anstatt den Facebook-Kanal runterzuscrollen. Natürlich sollte ich als Unternehmer mich den neuen Medien nicht verschließen, ich sollte mich aber auch nicht von den klassischen Formaten abwenden.

Dass die Medienlandschaft nicht stillsteht, verdeutlich unter anderem der Robotorjournalismus, bei dem Computer Texte aus Daten erstellen. 45 Prozent der Deutschen glauben laut der selben Studie, dass sich diese Technologie nicht durchsetzen wird. Zudem steht fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) dem Robotorjournalismus kritisch gegenüber. Nur drei Prozent der Deutschen befürworten diesen. Dabei findet er längst schon Anwendung: Beispielsweise hat die amerikanische Nachrichtenagentur AP Anfang 2017 rund 4.000 standardisierte Sport- und Finanzberichte im Quartal erzeugt. Diese beiden Ressorts scheinen ideal für den Robotorjournalismus zu sein. Doch könnte ein Computer auch einen Kommentar schreiben oder sogar einen Influencer auf Instagram ersetzen? Aktuell eher undenkbar und daher wohl noch Zukunftsmusik. Mein Resümee: Ein Blick in die Glaskugel verrät es – die nächsten zehn Jahre bleiben definitiv spannend.

 

*Die repräsentative Studie „New Storytelling“ wurde von Statista im Auftrag von Next Media Hamburg durchgeführt. Der Erhebungszeitraum war vom 17. bis 24. Mai 2018.