Digital Adaption – Gegen digitalen Aktivismus

In Zeiten des Vormarsches der digitalen Technologien sehen sich Unternehmen vor der Herausforderung selbige effektiv und vor allem zielgerichtet einzusetzen. Die stetige Präsenz der Thematik übt kontinuierlich Druck auf Verantwortliche und Entscheider aus: Kurz- bis mittelfristig sich mit dem durch inflationären Gebrauch mittlerweile mystifizierten Buzzword „Digital“ auseinanderzusetzen, langfristig die Notwendigkeit einer strategischen Ausrichtung. Wer die Welle des Mainstreams surft initiiert immediately eine Digital Strategy und umgeht somit der Chance einer Sinnhaftigkeit. Das geht aber auch anders. Oder?

Der digitale Wandel und die Bedeutung, die er für Kommunikation und PR hat, sind zweifellos spürbar. Nicht nur die Medien verändern sich, sondern auch das Kommunikationsverhalten und die Erwartungen von Stakeholdern. Unternehmen müssen sich bewusstwerden, dass die Folgen dieses Umschwungs ihr kommunikatives Auftreten zwangsläufig beeinflussen. Der Volksmund formuliert hier treffend: Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen.

Was aber wäre, wenn die Integration digitaler Methoden nicht immer notwendigerweise die effektivste Lösung ist? Dem Ansatz eines zwanghaften digitalen Aktivismus kann der pointierte und zielgerichtete Einsatz selbiger Methoden gegenübergestellt werden. Gemeint ist in keinster Weise eine störrische Abwehrhaltung gegenüber des Digitalgeschäfts, sondern eine Fürsprache der Beschränkung auf mehrwertbietende Optionen und eine kontinuierliche Hinterfragung der Vorgehensweisen – digital wie analog.

Die Entscheidung, inwiefern der Fokus auf Digital gelegt wird, oder ob überhaupt ein Fokus gesetzt wird, muss sich an den Gegebenheiten und Vorstellungen des Unternehmens orientieren. Bei der strategischen Ausrichtung müssen Antworten auf die richtigen Fragen gefunden werden: Was wird kommuniziert? Wer wird adressiert? Wie sollen die Informationen bei der Zielgruppe platziert werden? Wie schnell müssen die Informationen die Öffentlichkeit erreichen (können)? Welchen Möglichkeiten der Interaktion soll es geben?

Fakt ist, digitale Medien bieten attraktive Mehrwerte für spezifische Anforderungen. Weder scheint es wahrscheinlich, dass klassische PR vollständig von moderner ersetzt wird, noch dass man sich den innovativen Ansätzen als Unternehmen völlig entziehen kann. Verantwortliche können durch Verständnis von Digital & Analog deren individuellen Stärken zu einer wirkungsvollen Kommunikations-Strategie verflechten. Daher das Plädoyer, der Versuchung des momentan anmutenden Digital-Aktivismus zu widerstehen und sich in digitaler Adaption zu üben.