Blogpost Bewegte Bilder

Umdenken beim klassischen Imagefilm oder „Was macht eigentlich der Coke-Light-Mann in meiner Autowerkstatt?“

Ein Münchner Obsthändler geht 2014 viral. Das Imagevideo über Obststandl Didi wird in kürzester Zeit hunderttausendfach geklickt und geteilt. „Die Mutter aller Imagefilme“, wie der Regisseur des Streifens sein Werk betitelt, ist aus purem Spaß an der Freude entstanden. Ein Hochglanzportrait, inhaltlich und optisch. Keine Kosten und Mühen wurden gescheut, Drohnen, Kräne und High Definition Kameras eingesetzt, um einen simplen Marktstand für Obst und den Betreiber, pardon, den CEO zu porträtieren.

Kein Begriff wird im Text ausgelassen, den ein Unternehmensfilm heutzutage scheinbar transportieren muss (Nachhaltigkeit, stetige Qualitätskontrolle…), jeder Schwenk ist bis ins Detail geplant, jede Einstellung perfekt inszeniert.

Natürlich war es das Ansinnen des Regisseurs, genau diese Dinge herauszustellen, die klassischen Imagefilmelemente ad absurdum zu führen. Doch zeigt dieses Video auch, zu was sich der Imagefilm mittlerweile entwickelt hat. Realität und Glaubwürdigkeit strahlen die wenigsten davon noch aus und haben gerade bei kritischen Themen einen faden Beigeschmack: Möchte der Film mit seinen Hochglanzaufnahmen, den überglücklichen (extra gecasteten) Mitarbeitern mit dem Zahnpastalächeln und den vor Eigenlob überquellenden Produkt- und Firmeneigenschaften einfach von etwas ganz Anderem ablenken?

Natürlich kommt es immer darauf an, an wen sich diese Filme richten. Für manch eine Zielgruppe sind diese Imagevideos genau richtig, doch spätestens, wenn sich der Zuschauer fragt: „Wer ist denn dieser heiße Coke Light-Mann / das Victoria Secret Model am Empfang meiner Autowerkstatt, den / die hab‘ ich da ja noch nie gesehen.“, ist es mit der Glaubwürdigkeit vorbei.

Viele kleinere Unternehmen und Mittelständler sollten daher auf das „Da bin i dahoam“-Prinzip setzen, auf echte Menschen, Emotionen und Stimmen.  Um im Gedächtnis zu bleiben, sollte man Geschichten erzählen; echte Geschichten. Und man sollte genau wissen, wem man diese Geschichten erzählen will und wie man sie bestmöglich einbettet, damit sie auch wirken können. Und ebenso lange im Gedächtnis bleiben wie der Didi mit seinem Marktstand. Vielleicht dann nicht unbedingt, weil man immer noch so geflasht ist von der Kameraführung und gefesselt vom erdig-sonoren Bass der Sprecherstimme, sondern weil man an das glaubt, was einem dort erzählt wird und weil man Dinge sehen darf, wie man sie auch mit seinem eigenen Auge ganz unverfälscht sehen würde.

 

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