Quo vadis Facebook?

Gute Frage! Wissen Sie es? Der ehemalige Facebook-Manager Chamath Palihapitiya eigentlich auch nicht, aber wenn man sich seinen aktuellsten Äußerungen zu diesem sozialen Netzwerk annimmt, so deutet alles darauf hin, dass Facebook in keine rosige Zukunft schaut. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion an der US-Elite-Universität Stanford hat Chamath Palihapitiya sogar vor Facebook gewarnt. Dieses soziale Netzwerk schaffe keinen gesellschaftlichen Diskurs, stattdessen Unwahrheiten und Pseudo-Interaktionen durch Likes und Kommentare: „Ich denke wir haben ein Werkzeug geschaffen, welches das soziale Gewebe der Gesellschaft zerstört. Die kurzfristigen, Dopamin-getriebenen Feedbackschleifen, die wir mit Herzen, Likes und Daumen nach oben kreiert haben, zerstören die Funktionsweise der Gesellschaft.“ So zitierte die Westfälische Rundschau den 41-Järhigen. Dabei ist er nicht der erste Facebook-Aussteiger, der seinen ehemaligen Arbeitgeber kritisiert. In diesen Reihen findet sich auch Sean Parker, der erste Präsident von Facebook.

Unabhängig davon ob man Facebook als wertvolle Kommunikationsplattform für den gesellschaftlichen Diskurs sieht oder nicht, kommt ein Unternehmen heute nicht mehr umher, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob es für die eigenen Kommunikationsziele relevant ist. Bei aller Kritik – zuletzt unter anderem zu den Themen Fake News und Einflussnahme auf politische Meinungsfindung – scheint Facebook nicht an Beliebtheit zu verlieren. Nach eigenen Angaben zählte das Netzwerk im September diesen Jahres weltweit über 2 Milliarden und in Deutschland inzwischen 31 Millionen aktive Nutzer. Damit ist Facebook die meistgenutzte Social-Media-Plattform in Deutschland. Fest steht auch, dass seit der Gründung von Facebook im Jahr 2004 viel passiert ist und man stets bemüht ist, sich den verändernden Bedürfnissen der Nutzer anzupassen. So können diese seit 2016 nicht nur mit Likes aus Posts reagieren, sondern auch mit neuen Emojis. Außerdem bietet Facebook tiefgreifende Targetingmöglichkeiten, wie es aktuell noch kein weiteres Netzwerk leisten kann. Für Unternehmen besteht darin die große Chance, Botschaften für individuelle Zielgruppen zu personalisieren und in Interaktion mit diesen zu treten.

Viel Licht, viel Schatten also. Es bleibt spannend, in welche Richtung sich Facebook weiterentwickelt – und wie sich das auf seine Bedeutung für Unternehmen auswirken wird.