Bezahlte Blogbeiträge – na und?

Blogger-Kooperationen gehören inzwischen zum täglich Brot eines PR-Beraters. Dabei ist klar, erhält der Blogger ein monetäres Honorar, muss das entsprechend kenntlich gemacht werden. Denn Achtung, die Landesmedienanstalten finden sie alle: die heimlichen Produktaufrufe und Schleichwerbungen, versteckt zwischen fröhlichem Blogger-Sprech, Beauty- und Backtipps. Ok zugegeben, manche Blogs verkommen zu regelrechten Werbeplattformen. Hier habe ich als Leser tatsächlich wenig Lust nach echten Inhalten zu suchen. Viele kritisieren diese zunehmende Kommerzialisierung. Aber Herzensangelegenheit hin oder her, auch der tollste und coolste Blogger muss sehen wo er bleibt und sein Geld verdienen. Vor allem wenn das Bloggen sein Hauptberuf ist. Würde er keine bezahlten Kooperationen eingehen und die Beiträge ausschließlich selbst finanzieren, sähen die Blogs und deren Inhalte vermutlich ganz schön langweilig aus. Und Hand aufs Herz: Würden wir die Beiträge lesen, wenn die Wohnung im Hintergrund mau aussieht, die Videos von schlechter Qualität und die Texte wegen mangelnder Zeit wenig gehaltvoll sind und voller Fehler stecken? Von den gesponserten Beiträgen profitiert doch die ganze Community! Außerdem wird kein Blogger über Produkte und Unternehmen berichten, wenn er sie nicht selbst auch gut findet. Und meine Meinung ist, ein guter Blogger hält das Gleichgewicht zwischen gesponserten Stories, Links und Werbebannern und eben den Beiträgen, die ohne fremde Finanzierung entstanden sind.

Weniger ist mehr und zahlt auf die Glaubwürdigkeit ein

 Waren es bis vor einigen Jahren zwei Blogger-Anfragen pro Jahr an ein Unternehmen – sind es heute teilweise mehrere pro Monat. So groß und vielfältig ist die Bloggerlandschaft in Deutschland geworden. Und vor allem professioneller. Das bringt viele Chancen vor allem auch für die Unternehmen und Dienstleister wie uns mit sich. Unsere Aufgabe als PR-Berater ist es, die Seriosität und Inhalte der Blogger einzuschätzen und dann unseren Kunden eine entsprechende Empfehlung auszusprechen, ob eine Zusammenarbeit Sinn macht oder nicht. Ansprechende sowie nicht zu werbliche Texte und lieber ein paar Produktnennungen weniger – das zahlt auf die Glaubwürdigkeit ein. Hier sollten wir die Ansprüche der Blogger akzeptieren und entsprechend an das Unternehmen vermitteln. Ebenso informieren wir den Kunden, dass ein bezahlter Beitrag als gesponsert gekennzeichnet werden muss und nicht neutral für sich stehen kann. Nur wenn der Beitrag am Ende transparent gekennzeichnet und ehrlich ist, profitieren beide Seiten von der Kooperation. Und Werbung hin oder her – am Ende entscheidet der Leser schließlich selbst, welchen Beitrag er liest und welches genannte Produkt er kauft.