Mitarbeiter als Markenbotschafter? OTTO zeigt, wie‘s geht.

„OTTO bildet eigene Mitarbeiter zu Influencern aus“ – bei Headlines wie dieser, wie sie Anfang Oktober durch die Medien gingen, fragte sich so mancher Leser wohl, was er sich darunter vorzustellen habe. Werden die Mitarbeiter des Onlinehändlers demnächst zu Mode-Gurus auf Instagram? Rufen sie Blogs ins Leben, auf denen sie Testprodukte des eigenen Arbeitgebers vorstellen? Bringt OTTO womöglich gar die nächste Bibi oder den nächsten Julien hervor?

Eher nicht: Die von OTTO sogenannten „Corporate Influencer“ sollen insbesondere im Employer Branding zum Einsatz kommen und als authentische Jobbotschafter für potenzielle neue Kollegen fungieren. Nun ist die Idee, die eigenen Mitarbeiter zu Markenbotschaftern zu machen, nicht sonderlich neu: Bereits 2012 berichtete der PR Report über diesen Ansatz, räumte damals aber ein, dass nur jedes vierte Unternehmen tatsächlich in Ausbildungen dieser Art investiert. (Quelle: www.prreport.de)

Genau da setzt OTTO nun an: Um Corporate Influencer zu werden, belegen Mitarbeiter beispielsweise interne Seminare zum Thema Social Media-Kommunikation oder erhalten Präsentationstrainings. Mit dem so erlangten Wissen können sie sowohl auf Recruiting-Events auftreten als auch via Blog und Instagram Einblicke in ihren Arbeitsalltag geben. Abgesehen davon, dass sie für Neuanstellungen eine Prämie erhalten, gibt es für die Jobbotschafter jedoch keinen materiellen Anreiz – die Überzeugungsarbeit wird auf freiwilliger Basis geleistet.

Auf diese Weise werden zwei Faktoren vereint, die seit jeher auch gute PR ausmachen: Glaubwürdigkeit und Professionalität. Zwar bleibt noch abzuwarten, ob OTTO mit der Influencer-Strategie tatsächlich neue Fachkräfte gewinnt. Fest steht aber bereits, dass dieser Ansatz einem Unternehmen auf keinen Fall schadet: Eine Firma, deren Mitarbeiter sogar in der Freizeit noch Lobreden auf den Arbeitsplatz halten, muss ja zumindest einiges richtig machen.