Beitragsbild-Blog

Wenn nicht nur das Auge mitisst

Weder habe ich heute früh mein Müsli fotografiert, noch plane ich, die Tomatensuppe vom Mittagstisch abzulichten. Der Trend sieht anders aus. Unter dem Hashtag #foodporn häufen sich die Posts kreativer Teller-Arrangements. Laut einer YouGov-Umfrage (Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1.035 Personen im Zeitraum vom 1. bis 5. Juli 2016 repräsentativ befragt) haben zwei von drei Deutschen schon einmal ihr Essen fotografiert. Angeblich schmeckt fotografiertes Essen sogar besser. Das Auge isst eben mit.

wenn das Auge mitisstFür viele spielt das Thema Ernährung eine immens wichtige Rolle. Food-Magazine und -Blogs schießen wie Pilze aus dem Boden. In der Gastronomie zeigt sich eine neue Essthetik und unzählige Kochtrends laden zum Ausprobieren ein.

Die Kehrseite der Medaille: Essen ist auch in übertragenem Sinne in aller Munde. Vor allem, wenn es um die Gefahr durchs Essen geht. Ob im Internet oder in TV-Verbrauchersendungen – es gab wohl noch nie so viele Möglichkeiten, sich zu informieren. Die Überwachung unserer Lebensmittel ist strenger als je zuvor. Auf das Sicherheitsgefühl der Menschen scheint sich das nicht positiv auszuwirken. Eher im Gegenteil. Das zwanghafte Bedürfnis, sich gesund zu ernähren, hat sogar schon einen Namen: Orthorexia nervosa. Anscheinend gibt es immer mehr Leute, die aus Angst, das Falsche zu essen, lieber gar nichts mehr essen. Ich bin der Meinung: Gesunde Ernährung ist schön und gut, aber manchmal ist gesunder Menschenverstand noch besser. Auch wenn man den nicht fotografieren kann.