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Nudging: Kleiner Stupser, große Wirkung

Seit genau einem Jahr berät eine Arbeitsgruppe von Verhaltenswissenschaftlern die Bundesregierung dazu, wie man mit psychologischen Kniffen „wirksam regieren“ kann. Die angewandte Methodik hierbei nennen Experten „Nudging“, das englische Wort für „anstupsen“ steht dabei für das Setzen emotionaler Reize. Diese sollen den Empfänger dazu bringen, spontan Entscheidungen zu treffen, die ihm oder der Gesellschaft gut tun.

Berühmte Beispiele für Nudging sind abschreckende Bilder von Raucherlungen auf Zigarettenschachteln oder die Fliege im Urinal, die für mehr Treffsicherheit am Herren-WC sorgt. Auch bei E&Z kommt Nudging im Sinne der Nachhaltigkeit zum Einsatz, wenn der Drucker standardmäßig das Papier beidseitig bedruckt. Das schöne an dieser Methode: Der „Stups“ ist nur ein wohlgemeinter Anreiz. Die Handlungsfreiheit wird zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt – es gibt immer die Option zum „Opt-out“.

Auch in der Kommunikation kann man sich die Erkenntnisse der Nudging-Experten zu Nutze machen. Etwa im Hinblick darauf, wie Informationen bereitgestellt werden. Denn oft machen kleine Details einen großen Unterschied: So spielt zum Beispiel die Reihenfolge, in der Informationen weitergegeben werden, eine große Rolle im Hinblick darauf, wie sie aufgenommen werden. Auch die Verfügbarkeit und Sichtbarkeit von Informationen ist ein wichtiger Faktor: Eine übersichtliche gestaltete Webseite mit optisch hervorgehobenen Markern und bewusst gesetzten Reizwörtern, die für die Zielgruppe relevante Themen besonders hervorheben, überzeugt logischerweise eher zum Anklicken und Weiterlesen. Werden Nudging-Strategien mit Bedacht eingesetzt und nicht zur Manipulation missbraucht, können sie effektive Mittel sein, bereits geneigte Zielgruppen davon zu überzeugen, sich weiter zu mit einem Unternehmen und seinen Botschaften zu beschäftigen.