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Fortschrittliche Fahrwasser: WhatsApp als neues Kommunikationsinstrument für Unternehmen

Einfach. Persönlich. Nachrichtenaustausch in Echtzeit.“ Mit diesen drei Vorteilen wirbt der WhatsApp Messenger für sich auf seiner Homepage. Kostenlos und schnell können Nachrichten geschrieben sowie Videos und Bilder verschicken werden. Eigentlich die idealen Voraussetzungen für Unternehmen, um mit Kunden und auch Mitarbeitern in Kontakt zu treten – aber eignet sich die plattformübergreifende mobile Nachrichten App tatsächlich als Kommunikationsinstrument?

Einige Beispiele aus der Praxis sprechen zumindest dafür: Der Hamburg Airport ist als bundesweit erster deutscher Flughafen mit dem Messaging-Dienst einen neuen Weg in der Passagier-Kommunikation gegangen – und dies mit Erfolg. Als im Januar dieses Jahres ein Ver.di-Streik den Flughafen für einige Stunden lahm gelegt hatte, informierte die Pressestelle Passagiere und Gäste des Flughafens mit Updates per Broadcast-Funktion von WhatsApp. Rund 150 Interessierte hatten den bis dahin neuen Informationskanal ausprobiert. Wie sich später herausstellte, haben auch Flughafen- und Airline-Mitarbeiter diesen Service genutzt, wie Stefanie Harder, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Hamburg Airport, in einem Interview mit dem Fachmagazin Pressesprecher berichtet. Fazit des Streiks: WhatsApp zählt jetzt neben Facebook und Twitter zu den Social-Media-Kanälen des Hamburg Airport.

Auch die Tageszeitung Heilbronner Stimme hat die Vorteile von WhatsApp für sich entdeckt und am 4. Dezember mithilfe des Nachrichtendienstes die Luftangriffe auf die Stadt vor 70 Jahren nacherzählt. Chronologisch wurden Nachrichten, Fotos und Grafiken rund 2.500 interessierten Nutzern bereitgestellt. Auch der Nachrichtensender n-tv verschickt bereits Eilmeldungen über WhatsApp.

Zurzeit haben nur wenige Unternehmen WhatsApp für sich entdeckt, die Nutzung als Kommunikationsinstrument steckt noch in den Kinderschuhen. Bei uns Verbrauchern zeichnet sich ein etwas anderes Bild ab: Viele kennen WhatsApp und nutzen es auch aktiv – und genau hier liegt die große Chance für die Unternehmen, wenn sie sich entscheiden, WhatsApp als Kommunikationsinstrument einzusetzen: Der Messenger muss zum einen nicht mehr installiert werden und zum anderen sind viele Verbraucher mit der Handhabung der App bestens vertraut. Fraglich bleibt allerdings, ob WhatsApp sich letztlich neben Giganten wie Facebook und Twitter als Informationskanal für Unternehmen durchsetzen kann.