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Sind Journalisten Social Media-Muffel?

Unternehmen erreichen die Zielgruppe Journalisten nur selten über Soziale Medien. So zumindest will das eine aktuelle Online-Umfrage („Mensch, Journalist!“ von Mount Barley Publishing) unter 470 Journalisten herausgefunden haben. Demnach ruft nur ein Drittel Facebook, Twitter und andere Dienste für berufliche Zwecke auf. Anders  der Ausschnittdienst Cision (Social Journalism-Studie 2014/15): In Deutschland nutzen demnach etwa 60 Prozent der Journalisten soziale Medien im Beruf und zwar hauptsächlich zur Recherche.

In den vergangenen vier Jahren ist die Anzahl der Journalisten, die mit Hilfe von sozialen Medien recherchieren von 64 Prozent (2011) auf 73 Prozent (2014) angestiegen. Ebenso hat sich der Anteil der Journalisten, die soziale Medien zur Medienbeobachtung nutzen, von 47 Prozent (2011) auf 56 Prozent (2014) erhöht. Dieses Bild trifft unsere Erfahrung schon eher – die Social Media sind längst zu einem unersetzlichen Baustein der Journalisten bei der Themenfindung, Hintergrundrecherche und Trendbeobachtung geworden. Die Digitalisierung macht auch vor Pressevertretern nicht halt.

Vor dem Hintergrund, dass wir alle uns immer selbstverständlicher ständig im Netz bewegen, sollten Journalisten nur eine Zielgruppe der Online-Kommunikation sein. Moderne, vor allem digitale Kommunikation bespielt unterschiedliche Kanäle und individuelle Zielgruppen, moderne, integriert denkende Kommunikatoren verstehen sich als Mittler zwischen Unternehmen und Öffentlichkeit. Das Vorbild liefern wie so oft die USA: Dort installieren gerade immer mehr Firmen, darunter Kodak, Dell und Comcast, so genannte “Chief Listening Officer”. Diese CLOs hören im Unternehmensauftrag zu, was Kunden, Journalisten, NGOs, Netz-Community und andere zu sagen haben, was sie erwarten und wie sie ticken.