Bürger und Politik abholen


Viele Bürgerinnen und Bürger beurteilen (kommunale) Infrastrukturprojekte und Unternehmensansiedlungen heute vordergründig danach, ob sie ihrem eigenen, individuellen Interesse dienen oder nicht. Das ist legitim und nicht unbedingt neu – und doch stellt die zunehmende Protestbereitschaft Politik und Vorhabenträger damit häufig vor große Herausforderungen. Die Liste gescheiterter Infrastruktur-Projekte in Deutschland ist lang und macht deutlich, wie real Bürgerproteste heute sind und wie weitreichend die Konsequenzen sein können.


Die Motive für die Ablehnung von derlei Projekten sind vielschichtig: Neben alten Bekannten wie dem Sankt-Florian-Prinzip und Sorgen um Umweltfolgen sowie der Angst vor hohen Kosten, sieht man sich heute auch mit einem generellen Vertrauensverlust gegenüber Politik und Vorhabenträgern konfrontiert. Wenngleich die Gemengelage für die ablehnende Haltung oft diffus ist, lassen sich Gemeinsamkeiten erkennen: Defizite in der Kommunikation und das Gefühl mangelnder Einbindung in die Projekte sind Hauptursachen für eine Verweigerungshaltung auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger.