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Mediale Viktimisierung II – Wie man mit konsistenter Pressearbeit falschen Anschuldigungen zuvor kommen kann

Im ersten Teil des Blogs zum Thema mediale Viktimisierung wurde auf mögliche Ursachen und Auswirkungen des Phänomens eingegangen. Die Frage, die sich nun stellt, wie geht man mit der Problematik um. Dabei gibt es mehrere Optionen: Erstens, das Einhalten journalistischer Standards ist ein Gebot, an das es zu erinnern gilt. Für Unternehmen gibt es, zweitens, die Möglichkeiten sich zu wehren, sofern sie Opfer falscher Anschuldigungen werden. Im Extremfall führt der Weg zu Justitia. Dabei gilt allerdings zu beachten, dass die Pressefreiheit – zu Recht – ein hohes Gut ist, weshalb es vergleichsweise selten zu Klagen und Urteilen gegen mediale Viktimisierung kommt. Dass rechtliches Vorgehen dennoch Aussicht auf Erfolg haben kann, zeigt unter anderem das Beispiel des Online-Modehauses Zalando. Zalando hatte eine einstweilige Verfügung gegen die RTL Sendung „Extra“ erwirkt. „Extra“ hatte über angeblich schlechte Arbeitsbedingungen bei Zalando berichtet und sich dabei offensichtlich auf falsche Tatsachen gestützt. Der Meteorologe Jörg Kachelmann hat ebenfalls erfolgreich gegen die „Bunte“ eine einstweilige Verfügungen erwirkt.

Ein Gerichtsprozess hinterlässt jedoch verbrannte Erde. Das Verhältnis zum entsprechenden Journalisten bzw. Medium ist auf unabsehbare Zeit zerrüttet. Die Färbung der zukünftigen Beiträge ist bestenfalls neutral. Es gibt aber auch, drittens, Optionen sich gegen Angriffe zu wehren ohne Justitia zu Rate ziehen zu müssen. Diese bestehen in einer proaktiven Pressearbeit, die Fälle von medialer Viktimisierung im besten Fall gar nicht erst entstehen lässt, bzw. das Ruder wieder schnell an sich gerissen bekommt. Mit positiv besetzten Meldungen, wie etwa Investitionen in Forschung & Entwicklung, Berichte über Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen oder auch – wie bereits erwähnt Spenden an örtliche Einrichtungen, wird peu à peu ein positiv besetztes Bild des Unternehmens aufgebaut. Dieses muss kontinuierlich gepflegt werden. Durch die positive Wahrnehmung baut sich das Unternehmen eine gewisse Immunität auf, die als Schutzwall dient, bzw. so manche Anschuldigung gar nicht erst aufkommen lässt. Darin liegt der Wert einer durchgängigen Pressearbeit.