Beitragsbild-Blog

Kein Bild sagt mehr als tausend Worte

Seit jeher beschäftigen sich Werbung und PR mit der bestmöglichen Verbindung von Text und Bild, denn Informationen sollen möglichst verständlich, prägnant und einprägsam übermittelt werden. Ein Text ohne Anschauungsmaterial in Form von Bildern bleibt meist schlechter in Erinnerung als ein Text, der illustriert ist. Umgekehrt bedürfen Bilder einer inhaltlichen Einordnung, um gezielt verstanden werden zu können. Kurz gefasst: Kein Bild sagt mehr als tausend Worte – wirkliche Power haben nur gelungene Text-Bild-Kombinationen.

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Mit dieser Erkenntnis arbeitet die Kommunikationsbranche in vielerlei Hinsicht. Nun zeichnet sich hier ein neuer Trend ab: das Graphic Recording. Viele Unternehmen und Organisationen lassen mittlerweile Podiums-Diskussionen, Strategietagungen oder Change-Prozesse durch einen sogenannten Visualisierer begleiten, der die ausgetauschten Informationen, Positionen und Entscheidungen unmittelbar in Wort und Bild festhält und so Wissen und Dialoge in Echtzeit sichtbar macht. Wie die zeichnerische Prozessbegleitung funktioniert, was Graphic Recording genau bedeutet und worin hier der Mehrwert für Unternehmen liegt, erläutert Andreas Gaertner im Gespräch mit Engel & Zimmermann. Als Diplom Grafiker arbeitet er bei den KOMMUNIKATIONSLOTSEN als Visualisierer.

 

Herr Gaertner, was macht ein Visualisierer eigentlich genau?

Andreas Gaertner: Man könnte sagen, ein Visualisierer ist ein Berater mit dem Stift: Er begleitet etwa Meetings, Konferenzen oder Tagungen und hält in einer Art Story-Board, einem visuellen Protokoll, Kernaussagen und Dialoge in Echtzeit fest. Durch das sichtbar machen von Wissen und Informationen in einem Wort-Bild-Mix wird der Erkenntnisprozess der Teilnehmer unterstützt sowie Aha-Momente gefördert.

Inwiefern ist der Visualisierer an diesen „Aha-Momenten“ beteiligt?

Gaertner: Das kann man ganz gut mit folgender Situation beschreiben: Ein Architekt versucht einem Laien sein neuestes Bauprojekt vorzustellen. Ohne Anschauungsmaterial bleiben die Erklärungen des Architekten für den Laien ein Wortwirrwar – erst durch das Aufzeichnen und eine Vorführung des Projekts in Skizzen kommen die beiden zu einem gemeinsamen Verständnis und somit zu einem Aha-Moment. Allgemein gesagt, hilft der Visualisierer vor allem heterogenen Gruppen zu einem gemeinsamen Erkenntnisweg – Bild-Text-Kombinationen helfen etwa dem Personaler, den IT‘ler zu verstehen und umgekehrt. Dabei ist es egal, ob die Gruppe aus  fünf oder fünfhundert Personen besteht.

Was unterscheidet eigentlich das Graphic Recording von der Erstellung einer Info-Grafik?

ye2Gaertner: Eine Info-Grafik sollte von jedem, der sie vor sich hat, verstanden werden können. Ihrem Entwurf gehen mehrere Erarbeitungs-Schleifen voraus. Die Informationsbeschaffung findet im Vorhinein statt. Beim Graphic Recording verhält es sich anders: Hier wird der Erkenntnisprozess einer bestimmten Gruppe festgehalten und richtet sich auch genau an diese Gruppe. Das erarbeitete visuelle Protokoll wird von Dritten nicht unbedingt verstanden.

Aber ist dann nicht eventuell das Aufzeichnen von Meetings und Veranstaltungen per Video einträglicher? Ein Video wird schließlich von allen Parteien, ob beteiligt oder unbeteiligt, verstanden.

Gaertner: Ein Video hat seine Vorteile, hilft aber nicht unbedingt unmittelbar beim Erkenntnisprozess. Außerdem hat heute niemand Zeit, im Nachgang einer Veranstaltung Stunden an Videomaterial auszuwerten. Visualisierer werten direkt aus, halten Kernaussagen und Thesen fest und bilden vor allem ab, wo ein Redner stark war. In den visuellen Protokollen wird sehr gut deutlich, welche Thesen und Ideen durchschlagend waren und wann und wie Publikum oder Gruppenteilnehmer reagiert haben.

 

Mehr erfahren: http://kommunikationslotsen.de/ und http://www.gaertner-illustrator.de/